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Polizei findet bei Routinekontrolle über 250 gefälschte Impfnachweise in Gaststätte

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Von: Michael Acker

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In Kirchseeon hat die Polizei eine große Menge gefälschter Impfpässe sichergestellt.
In Kirchseeon hat die Polizei eine große Menge gefälschter Impfpässe sichergestellt. © Sven Hoppe/dpa

Die Polizei hat bei einer Gaststättenkontrolle in Kirchseeon 164 gefälschte Impfpässe, 89 bereits ausgefüllte digitale Impfnachweise, gefälschte Stempel und 4500 Chargen-Aufkleber von Corona-Impfstoffen gefunden.

Kirchseeon - Nachdem die Polizei bei einer Gaststättenkontrolle in Kirchseeon am 2. Dezember Amphetamin und Unterlagen zur Fälschung von Impfbüchern aufgefunden hatte, nahm die Kripo Erding umfangreiche Ermittlungen auf. Zwischenzeitlich wurden Haftbefehle gegen fünf Personen erlassen. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord am Montag, 27. Dezember, mit.

Eher zufällig waren die Beamten bei einer Kontrolle nach dem Infektionsschutzgesetz auf die Spur der Beschuldigten gekommen. So konnten neben 850g Amphetamin und 55g Marihuana insgesamt 164 Impfpässe und 89 bereits ausgefüllte digitale Impfnachweise aufgefunden werden. Bei einer genaueren Absuche wurden in der Gaststätte zudem gefälschte Stempel sowie über 4500 Chargen-Aufkleber von Corona-Impfstoffen festgestellt. Noch vor Ort konnten zwei tschechische und ein polnischer Staatsbürger vorläufig festgenommen und die Beweismittel sichergestellt werden.

Im Zuge umfangreicher Ermittlungen der Kriminalpolizei Erding in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München II konzentrierten sich weitere Verdachtsmomente auf ein Pärchen sowie eine weitere Frau aus München.

Bei Wohungsdurchsuchung weitere gefälschte Impfpässe gefunden

Bei angeordneten Wohnungsdurchsuchungen fanden die Einsatzkräfte neben weiteren gefälschten Impfpässen auch geringe Mengen an Drogen vor. Auch eine Schreckschusswaffe, ein Teleskopschlagstock und ein Schlagring konnten im Zuge dieser Maßnahmen sichergestellt werden.

Gegen den am 02.12.2021 vorläufig festgenommenen Polen erhärtete sich der Anfangsverdacht nicht, er wurde aus dem Gewahrsam entlassen. Die Staatsanwaltschaft München II beantragte Haftbefehle gegen insgesamt fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 33 und 47 Jahren, die durch den zuständigen Amtsrichter in Vollzug gesetzt wurden.

Neben dem Handel mit Amphetamin wird ihnen die gewerbs- und bandenmäßige Vorbereitung und Herstellung von unrichtigen Impfausweisen sowie das unbefugte Ausstellen von Gesundheitszeugnissen vorgeworfen.

Die umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei Erding, insbesondere zu den Abnehmern falscher Impfpässe aus dem gesamten Bundesgebiet, dauern weiterhin an.

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