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Corona: Inzidenz weiter rückläufig - doch Todeszahlen in Bayern schockieren

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Von: Lukas Schierlinger

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Die Corona-Lage in Bayerns Kliniken bleibt angespannt. Markus Söder will das mit einem Video verdeutlichen. Alle Pandemie-News live.

Update vom 2. Dezember, 07.07 Uhr: In Bayern und anderen Bundesländern mit niedriger Impfquote sterben derzeit im Verhältnis erheblich mehr Menschen an und mit Corona als im besser durchgeimpften Norden Deutschlands. Das geht aus statistischen Analysen der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hervor. Grundlage sind die offiziellen Daten des Robert Koch-Instituts und der Gesundheitsbehörden.

Corona in Bayern: Niedrige Impfquote - mehr Tote

In Bayern sind demnach im Verhältnis zur Bevölkerung in sieben Tagen (Stand 1.12.) mehr als dreimal so viele Corona-Patienten gestorben wie in Bremen, dem Land mit der höchsten Impfquote. So gab es im Freistaat 3,9 Todesfälle pro 100 000 Einwohner, in Bremen 1,18. Nachzulesen ist das auf den „Corona Maps“ des Instituts für Statistik an der LMU. Bayern hat in sieben Tagen 512 Corona-Todesfälle gemeldet, in absoluten Zahlen mehr als jedes andere Bundesland. Die meisten Toten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zu beklagen haben Thüringen (7,88) und Sachsen (6,75), Bayern folgte am Mittwoch auf Platz drei.

Corona-Inzidenz in Bayern weiter rückläufig - auch Zahl der Hotspot-Gebiete sinkt

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist weiter rückläufig. Am Donnerstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 571,6. Am Mittwoch hatte er noch bei 589,3 gelegen. Im Stadtgebiet München liegt die Inzidenz am Donnerstag bei 419,4. Von den bekannten Hotspots liegen nur noch Freyung-Grafenau und Rottal-Inn über einer Inzidenz von 1000. Neu hinzugekommen ist am Donnerstag der Landkreis Weilheim-Schongau.

Update 1. Dezember, 21.16 Uhr: Ein Sportladen-Besitzer aus Niederbayern, eine Mutter aus Traunstein, eine Intensivpflegekraft aus München. Unter anderem diese Menschen waren in der BR-Sendung „jetzt red i“ zu Gast, bei der CSU-Chef Markus Söder einige Fragen rund um die Corona-Krise beantwortete. Söder betonte, dass die in Bayern getroffenen Maßnahmen bereits Wirkung zeigten, es jedoch insgesamt keinen anderen Weg aus der Pandemie gebe als das Impfen. Dies werde man versuchen, schleunigst auf Bundesebene auf den Weg zu bringen.

Corona: Söder live im BR - Impfpflicht einziger Weg aus der Pandemie

Eine umfassende Neu-Gestaltung des Pflegeberufs sei außerdem geplant, so der Ministerpräsident. Abgesehen von einem steuerfreien Bonus, der so schnell als möglich ausbezahlt werden soll, werde man langfristig an einigen Stellschrauben wie bessere Bezahlung und Ausbildung arbeiten. Für Schausteller brachte er finanzielle Hilfen in Aussicht. Insgesamt sei es jetzt wichtig, sich an die Regeln zu halten, damit ein deutliches Senken der Inzidenzen und eine damit verbundene Entlastung in den Krankenhäusern möglich seien.

Update 1. Dezember, 17.05 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat empfindliche Geldstrafen für Verstöße gegen eine mögliche Impfpflicht ins Spiel gebracht. Es gebe verschiedene Pflichten im Leben, die Gurtpflicht beim Autofahren gehöre beispielsweise dazu, sagte er am Mittwoch bei der Eröffnung einer neuen Impfstelle in Nürnberg. „Alles wird im Zweifelsfall durchgesetzt, mit Zwangsgeldern, die sich dann auch steigern können“, so Söder.

Corona: Söder fordert harte Strafen bei Impfpflicht-Verstoßen - Auftritt in TV-Sendung am Abend

„Impfpflicht bedeutet dann aber, dass beispielsweise mit Geldstrafen belegt wird, wer sich weigern sollte“, sagte Söder. Diese könnten dann in Wiederholungsfällen auch steigen. Bezüglich der aktuellen Corona-Krise ist der CSU-Chef heute zu Gast in der BR-Sendung „jetzt red i“. Wir halten Sie in diesem Ticker über alle Entwicklungen immer aktuell auf dem Laufenden.

Update 1. Dezember, 16.02 Uhr: Markus Söder hat das Impfzentrum in Nürnberg besucht. Bei einem anschließenden Pressestatement live auf ntv appellierte er nochmal an die Bevölkerung, das Impfangebot auch anzunehmen. Das Krankenhaus in Nürnberg sei - wie viele andere in Bayern - voll. Die Pflegekräfte seien überfordert, man verstehe nicht, warum so wenige Menschen geimpft sind. „Warum die Impfung so wichtig ist?“ Nicht nur Corona-Patienten bräuchten Intensivbetten, sondern jeder kann in eine Situation kommen, in der man ein Bett braucht, erklärt Söder. Nach einem Unfall, Schlaganfall oder wegen anderen Umständen.

Die Mischung aus Welle brechen und boostern sei daher der richtige Weg. Im Hinblick auf die Beschränkungen sagte er: „Wir tun es nicht, weil wir es mögen oder es uns Spaß macht, wir tun das, was wir tun müssen, um die Menschen zu schützen und Leben zu retten.“ Jeder der sich Impfen lässt, schützt auch andere und nicht nur sich selbst. Solidarität sei gefragt. Söder bedankt sich in diesem Zusammenhang bei den Mitarbeitern der Impfzentren und freut sich über die Neueröffnung des Impfzentrums in Nürnberg.

Corona in Bayern: Erste Landkreise dürfen Lockdown lockern

Update 1. Dezember, 14.16 Uhr: Erste bayerische Kreise dürfen die verschärften Lockdown-Regeln, die bei einer Inzidenz von 1000 greifen, wieder lockern. Die geltenden Maßnahmen scheinen also zu wirken. Ostallgäu und Deggendorf lagen am Mittwoch den jeweils fünften Tag am Stück wieder unter der Schwelle. Damit fallen dort die zusätzlichen Beschränkungen ab Donnerstag weg. Bedeutet: Zutritt zu Sportstätten, Kulturbereich, Bädern und Fitnessstudios für Geimpfte oder Genesene jeweils mit Test (2G plus) ist wieder erlaubt. Die Gastronomie darf mit der 2G-Regel ebenfalls wieder öffnen.

Update 1. Dezember, 11.04 Uhr: Via Twitter wirbt Bayerns Ministerpräsident erneut für die Corona-Impfung - mithilfe eines eindrücklichen Videos. „Impfen gibt Sicherheit und Impfen schafft Freiheit. Man schützt damit sich und auch andere“, schreibt Markus Söder auf seinem Kanal. Der beigefügte Videospot ist im Zuge der Kampagne „Impfen gehen“ endstanden.

Söder teilt dramatisches Corona-Video: Mediziner aus Bayern berichten

Im Video berichtet unter anderem Professor Dr. Joachim Ficker von seinen Erfahrungen auf der Intensivstation. Der Nürnberger Arzt wird nicht müde, für die Impfung zu werben: „Die Intensivstationen sind vollständig belegt, darunter nahezu ausschließlich ungeimpfte Patienten.“ Auch eine pflegerische Stationsleitung kommt zu Wort. Der Mann macht sich große Sorgen um seine Mitarbeiter, diese seien „in der vierten Welle der Pandemie jetzt so erschöpft, das kann man nicht mehr beschreiben.“

Update 1. Dezember, 9.25 Uhr: Unterdessen ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern weiter rückläufig. Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 589,3. Am Dienstag hatte er noch bei 618,2 gelegen, am Montag bei 627,6. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Bayern ist ebenfalls gesunken - von über 17.000 am Tag in der vergangenen Woche auf 12.409 am Mittwoch, wie aus RKI-Daten hervorgeht.

Corona-Lage in Bayern: Nur noch vier offizielle Hotspot-Gebiete

Auch die Anzahl der Hotspot-Gebiete - also Regionen mit einer Inzidenz über 1000 - ist gesunken.

Am Dienstag lagen noch acht Regionen über der „magischen“ 1000er-Grenze, am Mittwoch (1. Dezember) waren es nur noch vier. Einige Kreise liegen nun knapp unter dem Hotspot-Grenzwert, wie die Landkreise Passau (998,7), Traunstein (989,9) und Deggendorf (976,7).

Bayern: Corona-Lage weiter angespannt - Landkreis richtet „Leichensammelstelle“ ein

Ursprungsmeldung:

Miesbach - Angesichts der angespannten Lage in den Krankenhäusern richtet der Landkreis Miesbach vorsorglich eine Leichensammelstelle ein. „Es ist eine Vorsichtsmaßnahme“, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Mittwoch.

Es gehe darum, Leichen zu kühlen, bevor sie bestattet werden könnten. Der Ort werde in diesen Tagen eingerichtet. Zuvor hatten bereits mehrere Medien berichtet.

Noch keine Corona-Entwarnung in Bayern, obwohl Zahlen zurückgehen

Derartige Vorbereitungen habe es unter dem Eindruck von Bergamo bereits in der Vergangenheit gegeben, sagte die Sprecherin. Der Katastrophenschutz treffe nun erneut erste Vorbereitungen - obwohl die Zahlen der Neuinfektionen in der vergangenen Woche im Vergleich zu den Vorwochen zurückgegangen seien - ähnlich wie in München. Es könne aber keine Entwarnung gegeben werden, man rechne wieder mit steigenden Zahlen.

Alleine im November starben laut Landratsamt 23 Menschen im Landkreis an oder mit dem Coronavirus. Dies führe dazu, dass Krematorien und Bestatter zunehmend überlastet seien. Wo sich die Leichensammelstelle befinde, werde aus Pietätsgründen nicht mitgeteilt.

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