Medikamente hemmen Immunsystem

Keine Antikörper im Blut! Risikopatientin nach Zweifach-Impfung weiter ungeschützt - das ist ihr Appell

Sandra Zumpe grinst
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Sandra Zumpfe kann sich glücklich schätzen. Dank eines Spenderherzs hat sie eine neue Chance bekommen, ihr Leben in vollen Zügen zu genießen.

Sandra Zumpfe ist durch die Corona-Pandemie hoch gefährdet. Die Impfung erschien ihr als Lichtblick. Doch in ihrem Blut bildeten sich keine Antikörper.

Haar - Sandra Zumpfe ist frustriert. Obwohl die 42-Jährige bereits im April ihre zweite Biontech-Impfung gegen das Coronavirus erhalten hat, haben sich im Blut der 42-Jährigen kaum Antikörper gebildet. Für die Erzieherin aus Haar bei München* ein enormer Rückschlag, denn sie hat gesundheitlich schon viel mitgemacht in ihrem Leben.

Bereits als Zumpfe acht Jahre alt war, diagnostizierten Ärzte bei ihr einen unheilbaren Herzfehler, der im Jahr 2012 zu einer Versteifung des Herzmuskels führt. Doch Zumpfe hat Glück: Bereits sechs Monate später erhält sie ein Spenderherz. Die Operation aber, schwächt ihren Körper enorm, ihre Nieren versagten. Viereinhalb Jahre später, im August 2017, erhält Zumpfe also ihr zweites neues Organ: Eine Spender-Niere von Ehemann Matthias.

Keine Antikörper trotz Biontech-Impfung: Sandra Zumpfe ist frustriert

Doch die neue Lebensfreude ist getrübt, denn seit März 2020 ist für Sandra Zumpfe nichts mehr, wie es war. Die 42-jährige zählt aufgrund ihrer Vorerkrankungen zur Hoch-Risikogruppe, wenn es um eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus geht. Zumpfe zog sich deshalb zurück. In einem Interview mit dem Münchner Merkur sagte sie noch im Juni: „Ich mache nicht mehr viel“.* Die Impfung war ihr einziger Lichtblick. Dass diese nun nicht anschlägt, wie eine Laboruntersuchung nun ergab, ist für Zumpfe ein Schock.

Körper reagiert nicht auf Impfung: Risikopatientin hofft auf Herdenimmunität

Schuld daran sind wohl die Medikamente, die die 42-Jährige wie jeder andere Mensch mit transplantierten Organen nehmen muss, und die verhindern sollen, dass ihr Körper die fremden Organe abstößt. Doch so hilfreich die Medikamente auch in Bezug auf die Transplantation sind - die Unterdrückung des Immunsystems macht Zumpfe anfällig für Infektionen, vor allem jetzt, nach dem Auftreten der noch ansteckenderen Delta-Variante

Damit sie wieder am öffentlichen Leben teilnehmen kann, hofft Zumpfe nun auf das baldige Erreichen der Herdenimmunität in Deutschland. „Ich bitte wirklich alle, die sich impfen lassen können, das auch zu tun!“, so Zumpfe. Sie hoffe sehr, dass auch die Menschen, die noch mit der Impfung zögern, sich bald umentscheiden. kah

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