Wieder traurige Neuigkeiten

Nach Corona-Ausbruch im Krankenhaus Schongau: Zahl der Toten gestiegen - weitere Reihentestungen stehen an

Eingang zum Klinikum Schongau.
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Seit mehreren Wochen grassiert im Schongauer Krankenhaus unter den Mitarbeitern eine Corona-Infektionswelle.

Nach dem Corona-Ausbruch im Krankenhaus Schongau waren zunächst fünf Todesfälle gemeldet worden. Nun gibt es erneut traurige Neuigkeiten aus der Klinik.

  • Das Coronavirus* grassierte am Schongauer Klinikum - nicht nur unter den Mitarbeitern.
  • Das Krankenhaus hatte bekannt gegeben, dass fünf Patienten seit Ausbruch der Corona-Krise gestorben sind (siehe Update vom 9. November, 16.06 Uhr).
  • Nun folgen erneut traurige Nachrichten: Drei weitere an Covid-19 erkrankte Patienten sind in der Klinik verstorben.

Update vom 10. November, 19.03 Uhr: Es gibt erneut traurige Nachrichten aus dem Schongauer Krankenhaus: Wie das Landratsamt am Dienstagnachmittag (10. November) mitteilte, sind drei weitere an Covid-19* erkrankte Patienten in der Klinik verstorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle im Landkreis Weilheim-Schongau seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März auf elf.

Wie die PR-Agentur der Krankenhaus GmbH mitteilte, waren zwei der Verstorbenen mit einer Covid-19-Erkrankung eingeliefert worden. Der dritte Tote dagegen zählt zu jenen 16 Patienten, die sich in den vergangenen Wochen im Krankenhaus mit dem Coronavirus infiziert hatten. Es handle sich bei ihm um einen über 80 Jahre alten Mann mit schweren Vorerkrankungen. „Wir haben diesen Todesfall ebenfalls zur Aufklärung an die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei übergeben.“

Bereits Ende vergangener Woche hatte die Klinikleitung in Absprache mit der Landrätin die Ermittlungsbehörden eingeschaltet, nachdem fünf Patienten, die sich ebenfalls im Schongauer Krankenhaus mit dem Coronavirus angesteckt hatten, verstorben waren (siehe Update vom 9. November, 16.06 Uhr).

Coronavirus in Schongau: 20 Covid-19-Patienten in Klinik in Behandlung - Zwei auf der Intensivstation

Aktuell befinden sich in Schongau insgesamt 20 Covid-19-Patienten in Behandlung, davon liegen zwei auf der Intensivstation. Im Weilheimer Krankenhaus werden derzeit drei Corona-Patienten versorgt, einer davon intensivmedizinisch.

Neue Informationen gibt es auch, was die Belegschaft betrifft. Mit 32 Mitarbeitern sei mittlerweile rund ein Drittel der insgesamt 93 infizierten Beschäftigten wieder als gesund eingestuft, teilte die Agentur mit. Aktuell befinden sich noch 61 Mitarbeiter in Quarantäne. In den kommenden Wochen soll es weitere Reihentestungen geben.

Derweil steigen die Corona-Zahlen im Landkreis weiter, allerdings nicht mehr so schnell. Am Dienstag meldete das Gesundheitsamt 18 neue positive Fälle. Der Inzidenz-Wert sank gegenüber Montag von 211,8 auf 192,5.

Fünf Corona-Tote nach Ausbruch im Krankenhaus Schongau - Patienten haben sich in Klinik angesteckt

Update vom 9. November, 16.06 Uhr: Landrätin Andrea Jochner-Weiß hat sich am Montag im Kreisausschuss zu den fünf Corona-Todesfällen im Schongauer Krankenhaus geäußert: „Mir tut es furchtbar weh, genau wie allen Mitarbeitern des Schongauer Krankenhauses, wenn jemand verstirbt“, sagte sie. Die Vorgehensweise der Krankenhaus GmbH, Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft einzuschalten, um die Todesfälle lückenlos aufzuklären, sei „richtig gewesen“. Jochner-Weiß meinte weiter: „Ich stehe hinter dem Krankenhaus in Schongau mit allen Pflegekräften, Mitarbeitern und Ärzten.“ Die Landrätin gab an, sich am Freitag erst nach den „Eingangsstatements zugeschaltet“ zu haben. Sie sagte aber auch dann nichts. 

Derweil meldete sich die Berliner Kommunikationsagentur, die mit sofortiger Wirkung die Öffentlichkeitsarbeit für die Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH übernommen hat, bei der Redaktion, um eine Aussage zu korrigieren, die Chefarzt Dr. Michael Platz im Rahmen der Pressekonferenz getätigt hatte.

Platz hatte gesagt, dass die fünf verstorbenen Patienten in der Akutgeriatrie behandelt wurden. „Das ist so nicht korrekt“, so Dorothea Jestädt von der Agentur. Vier Patienten seien nicht in der Akutgeriatrie behandelt worden. Einer der Verstorbenen war Patient der Akutgeriatrie, wurde allerdings am 26. Oktober mit einem negativen Corona-Test entlassen. Am 2. November wurde er, akut an Covid-19 erkrankt, wieder eingeliefert und starb kurz darauf.

Update vom 6. November, 18.50 Uhr: Bei den fünf Verstorbenen habe es sich um „hochbetagte, seit langem multimorbide Patienten“ gehandelt, sagte Klinik-Geschäftsführer Thomas Lippmann im Rahmen der Telefonkonferenz, an der neben ihm auch der Ärztliche Direktor des Schongauer Krankenhauses, Dr. Michael Platz, und sein Weilheimer Kollege Prof. Dr. Andreas Knez teilnahmen.

Corona in Schongau: Krankenhaus hat Ermittler „proaktiv“ eingeschaltet

Ob die Patienten mit oder an dem Covid-19-Erreger gestorben sind, wollten die Verantwortlichen nicht sagen. Das sollen Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft München II ergeben, die die Krankenhaus GmbH „proaktiv“ eingeschaltet habe, um „lückenlos aufzuklären und für Transparenz zu sorgen“. Es wurde betont, dass die Ermittlungsbehörden ein „Todesermittlungsverfahren ohne konkrete Beschuldigte“ in allen fünf Fällen aufgenommen hätten.

Erst auf wiederholte Nachfrage räumten die Verantwortlichen ein, dass sich die fünf Verstorbenen im Krankenhaus angesteckt haben. „Die Patienten haben bei uns dieses Virus aufgefangen“, sagte Michael Platz. Alle seien mit einem negativen Testergebnis in die Akutgeriatrie aufgenommen worden. Ob sie sich bei den infizierten Mitarbeitern angesteckt haben oder der Virus von außen an die Betroffenen herangetragen wurde, lasse sich nicht genau sagen.

Einer der Verstorbenen sei über 70 Jahre alt und schwer krebskrank gewesen, so Platz. Zwei weitere Betroffene seien älter als 80, zwei älter als 90 Jahre gewesen. Sie alle wurden im Rahmen der Telefonkonferenz immer wieder als „multimorbide“ bezeichnet. Auf Nachfrage erläuterten die Ärzte, was das bedeutet: „Die Patienten hatte schwere Vorerkrankungen, die mehrere Organe betreffen, litten bereits bei Einlieferung beispielsweise an Nieren- und Herzinsuffizienz oder Hauterkrankungen.“

Corona in Schongau: Vier weitere Patienten auf Intensivstation

Die Frage, ob weitere Patienten in Schongau derzeit in Lebensgefahr schweben, ließen die Verantwortlichen unbeantwortet. Sie bestätigten, dass derzeit in Schongau vier weitere Covid-Patienten auf der Intensivstation liegen. Diese seien aber bereits mit einem positiven Test eingeliefert worden, hieß es auf Nachfrage.

Klinik-Geschäftsführer Lippmann informierte zudem darüber, dass die häusliche Quarantäne der Klinik-Mitarbeiter, die negativ getestet wurden, am Freitagabend endete. „Die Wiederaufnahme des Regelbetriebs am Schongauer Krankenhaus hat damit hohe Priorität – allerdings nur unter höchsten Sicherheitsstandards“, so Lippmann. Wann die Geburtenstation in Schongau wiedereröffnet werde, konnte er nicht sagen, meinte aber, „eine sichere und praktikable Lösung wird noch eine Weile dauern“. Bis dahin sollten sich werdende Mütter an die Krankenhäuser in Landsberg, Kaufbeuren oder Garmisch-Partenkirchen wenden.

Corona in Schongau: Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Update vom 6. November, 15.31 Uhr: Die Todesfälle im Klinikum Schongau ziehen weitere Kreise. Jetzt hat sich die Staatsanwaltschaft München II dem Thema angenommen. Es sollen die genauen Todesumstände von drei mit Corona infizierten Patienten geklärt werden, sagte eine Behördensprecherin am Freitag.

Corona in Schongau: Es ist unklar, wo sich die fünf Verstorbenen angesteckt haben

(Erstmeldung) Weilheim-Schongau – Ein Satz findet sich in der Pressemitteilung der Krankenhaus GmbH, mit der sie täglich über die aktuellen Entwicklungen im Schongauer Krankenhaus berichtet. „Mit unserer Information möchten wir Sie darüber informieren, dass sich die Zahl der Todesfälle im Rahmen der Corona-Pandemie auf aktuell 5 Todesfälle im Krankenhaus Schongau erhöht hat“, schreibt die Pressesprecherin des Krankenhauses, Susanne Heintzmann. Weitere Nachfragen wurden am Donnerstag (5. November) nicht beantwortet. Somit ist unklar, ob es sich bei den fünf Verstorbenen um Patienten handelt, die sich im Krankenhaus angesteckt haben, oder ob es sich um positiv Getestete handelt, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Corona in Schongau: Fünf Todesfälle in Schongauer Klinikum - Krankenhaus gibt dazu keine weiteren Informationen

Ein Rückschluss ist aber möglich, wenn man die offizielle Pressemitteilung des Landratsamtes Weilheim-Schongau über das Corona-Geschehen im Landkreis genau liest. Dort wurde am Donnerstag (5. November) vermeldet, dass im Landkreis drei weitere Corona*-Patienten verstorben sind. Da in der Landkreis-Statistik nur Menschen auftauchen, die im Landkreis wohnen, liegt der Schluss nahe, dass drei Patienten, die im Schongauer Krankenhaus verstorben sind, aus dem Landkreis Weilheim-Schongau stammen, zwei weitere aus anderen Landkreisen.

Coronavirus in Schongau: deutliche Kritik am Krankenhaus-Aufsichtsrat

Genauer soll über die Geschehnisse, die zum Ableben der fünf Patienten geführt haben, am Freitagnachmittag (6. November) im Rahmen einer Pressekonferenz im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung der Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH informiert werden. „Ich bitte um Verständnis, dafür, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt nichts weiter sagen.

„Es gab deutliche Kritik aus dem Aufsichtsrat“, sagte Sprecherin Heintzmann gestern. Tags zuvor hatte sich Kreisrätin Susann Enders (Freie Wähler/Weilheim) darüber erregt, dass sie als Aufsichtsratsmitglied der Krankenhaus GmbH erst aus der Heimatzeitung von der Abschlussfahrt der Pflegeschüler Anfang Oktober nach Berlin erfahren habe (wir berichteten). Ihre Forderung, die Information der Aufsichtsräte solle im Rahmen einer öffentlichen Sitzung geschehen, wurde allerdings offensichtlich ignoriert.

Schongau: Coronavirus grassiert seit mehreren Wochen unter Klinik-Mitarbeitern

Seit mehreren Wochen grassiert eine Corona*-Infektionswelle unter den Mitarbeitern des Schongauer Krankenhauses (wir berichteten). Stand gestern haben sich 88 der insgesamt rund 600 Mitarbeiter des Krankenhauses mit dem Virus angesteckt. Momentan läuft die dritte Testreihe unter den Mitarbeitern. Dabei wurde deutlich, dass man das Infektionsgeschehen mittlerweile besser in den Griff bekommt.

Corona in Bayern: In Schongauer Klinik nur noch vereinzelte Neuinfektionen gemeldet

Waren bei der ersten und der zweiten Testreihe teils Dutzende Mitarbeiter positiv getestet worden, werden nun nur noch vereinzelte Neuinfektionen gemeldet. In den ersten Wochen wurden allerdings auch zahlreiche Patienten, die bereits vor dem Aufnahmestopp im Schongauer Krankenhaus aufgenommen waren, mit dem Erreger infiziert.

Derzeit werden 29 Corona-Patienten im Schongauer Krankenhaus behandelt – vier von ihnen auf der Intensivstation. Darunter befinden sich insgesamt 14 Patienten, das sich im Krankenhaus mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Im Krankenhaus Weilheim wurde im Verlauf der Testreihen bislang bei fünf Mitarbeitern das Corona-Virus nachgewiesen.

29 Corona-Patienten werden derzeit im Schongauer Krankenhaus behandelt

Alle negativ getesteten Mitarbeiter des Schongauer Krankenhauses befinden sich noch bis heute in häuslicher Quarantäne, die sie nur zum Arbeiten im Krankenhaus verlassen dürfen.

Ende Oktober wurden im Krankenhaus Schongau* die gesamte Mitarbeiterschaft auf das Coronavirus getestet. Über 30 Tests fielen positiv aus. Dann trat der schlimmste Fall ein: Im Schongauer Krankenhaus waren 17 Patienten*, die wegen anderer Beschwerden behandelt wurden, mit dem Corona-Virus infiziert worden. Später kam auf: Der dritte Kurs der Krankenpflegeschule in Schongau war Anfang Oktober auf Abschlussfahrt in Berlin*. War das der Auslöser der Welle an Corona-Infektionen am Krankenhaus? *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Von Sebastian Tauchnitz

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