Countdown für Snowboard-Weltcup läuft

Bayrischzell - Noch ein Tag bis zum Snowboard-Weltcup am Sudelfeld. Seit einer Woche werkeln 40 Helfer an der Strecke, der Startrampe und dem Zielbereich. Egal ob Skiclub-Mitglied, Liftler oder Techniker - sie alle geben Vollgas für ihr Rennen.

Auf den ersten Blick wirkt alles ruhig am Waldkopf. Der Schlepplift läuft, auch ein paar Skifahrer sind unterwegs. Nur die Piste ist leer. „Wir haben die Strecke bereits abgesperrt“, sagt Rennleiter Peter Krogoll und deutet auf die orangenfarbenen Fangzäune, die sich links und rechts der Snowboard-Abfahrt den Hang hinunterziehen. Und die 800 Meter lange Piste ist bereits im Weltcup-Zustand. Sogar Krogolls Hund Spiky kommt da ins Rutschen. Glatt gewalzt und trotzdem griffig, so fühlen sich Amelie Kober, Isabella Laböck, Cheyenne Loch und Co. am wohlsten.

Die ganze Woche über haben bis zu 40 Helfer für den Snowboard-Weltcup am Sudelfeld gewerkelt. Am Renntag werden sogar 100 Leute im Einsatz sein. Ohne die Unterstützung durch die Skiclubs Miesbach, Bayrischzell und Leitzachtal und die Liftbetriebe Sudelfeld wäre so ein Ereignis nicht zu stemmen.

"Der ganz normale Wahnsinn"

Doch es gibt noch viel zu tun. „Bis zum Rennen geht’s noch mal richtig auf“, sagt Krogoll. Der Zielbereich samt Videowand und Werbebanner muss aufgebaut werden und auch die Autos des Sponsors wollen noch werbewirksam am steilen Hang platziert werden. „Es ist der ganz normale Wahnsinn“, meint der gut gelaunte Rennleiter. Nur das Wetter macht ihm Sorgen. Am Wochenende soll sich eine Regenfront nähern. „Ich schaue mir stündlich die Prognosen an.“ Seine Leute haben für so was keine Zeit, sie verpassen der Strecke gerade den letzten Schliff.

Startrampe

Von der Startrampe aus katapultieren sich die Snowboarderinnen ins Rennen. Noch ist nicht viel zu sehen, doch das täuscht, erklärt Rudi Simmerl vom SC Bayrischzell: „Wir schaufeln gerade den Vorstartbereich aus.“ Aus Schneemangel wird der gesamte Bereich von einer Holzkonstruktion getragen. Der aufblasbare Startbogen und die elektronisch gesteuerten Gates werden erst noch angeliefert. Trotz der kalten Luft kommen die Männer gut ins Schwitzen. Doch das macht ihnen nichts aus. „Wenn die Amelie wieder was reißt, hat sich alles gelohnt“, findet Simmerl.

Streckenrand 

Auch am Streckenrand wird noch fleißig gearbeitet. Skiwachtler Hubert Hamberger und Liftmitarbeiter Hannes Glarcher zurren gerade die letzten Schutzmatten fest. „Auf den Paletten steht dann ein Kameramann“, sagt Hamberger. „Wenn genug Schnee da wäre, hätten wir die gar nicht gebraucht“, fügt Glarcher hinzu. Die stressigen Sonderschichten vor dem Weltcup sind aber auch für sie kein Problem. „Das ist die beste Werbung für unser Skigebiet. Und davon leben wir.“

Zielbereich 

Bevor die ARD-Live-Bilder vom Parallel-Riesenslalom um die Welt flimmern, müssen sie zu den an der Talstation parkenden Übertragungswagen transportiert werden. Um dieses Nadelöhr kümmert sich Basti Vangierdegon. „Mithilfe einer Drahtspindel ziehen wir die Kabel durch die Plastikrohre“, erklärt der Techniker. Wenn hier etwas schief geht, bleiben die Bildschirme schwarz. Entsprechend konzentriert geht Vangierdegon ans Werk. Obwohl er am Samstag frei hat, wird er vor Ort sein. „Das möchte ich auf alle Fälle live erleben.“

Die Chefs 

An der Talstation hat sich inzwischen auch der Chef der Liftbetriebe, Egid Stadler, eingefunden. Lässig beobachtet er das Treiben am Hang. „Nervös bin ich eigentlich nicht mehr, dafür wäre es jetzt eh schon zu spät“, sagt Stadler und lacht. Eine Woche lang hat er die Waldkopf-Abfahrt beschneien lassen. Wenn das Fernsehen da ist, soll es auch winterlich aussehen am Sudelfeld. „50 Minuten Sendezeit, sowas kriegst du normal nicht.“

Improvisieren muss Stadler bis zum Schluss. Ein Liftler knattert auf seinem Ski-Doo heran und überbringt seinem Chef den nächsten Auftrag der FIS: „Wir müssen die Absperrung im oberen Bereich zwei Meter nach innen verlegen.“ Stadler nimmt es gelassen: „So lange meine Leute zuversichtlich sind, mache ich mir keine Sorgen.“ Darauf setzt auch Krogoll, wenn er am Renntag seine Helfer über das Funkgerät koordiniert: „Jetzt muss nur noch der Föhn durchhalten.“

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