Mutter stirbt! Baby erst 19 Tage alt

Tödlicher Unfall mit Testwagen: "Hemmungslose Raserei"

+
Ein Bild des Grauens bot sich den Rettern am Unfallort.

Berglern – Der schlimme Unfall am Mittwoch bei Berglern, bei dem die Mutter (35) eines nur 19 Tage alten Säuglings getötet wurde, treibt die Bevölkerung um. Die Autokonzerne sind mit ihren Testfahrten auf Landstraßen massiv in die Kritik geraten. Bei Audi ist man über den Tod bestürzt.

Was für eine Tragödie: Nur 19 Tage durfte das neugeborene Baby ihre Liebe und Fürsorge spüren. Am Freitag jedoch erlag seine Mama in München ihren schweren Verletzungen, die sie bei einem grauenvollen Unfall bei Berglern (Kreis Erding) erlitten hatte. Ein Audi-Cabrio war frontal in den VW Bus gekracht, in dem die 35-Jährige Beifahrerin war.

Wie der Erdinger Anzeiger berichtet, war es bereits am Mittwochnachmittag vergangener Woche zu dem Drama auf der Freisinger Straße zwischen Mitterlern und Gaden gekommen. Eine Audi-Testfahrerin (44) hatte auf der Brücke über den Sempt-Flutkanal die Kontrolle über ihr A 3 Cabrio verloren. Dieses raste frontal in den VW-Bus der Freisinger Familie. Dabei verletzte sich der 33 Jahre alte Fahrer schwer. Die Mutter wurde hingegen lebensgefährlich verletzt. Sie musste vor Ort vom Notarzt reanimiert werden. Ihr wenige Tage alter Sohn, der im Kindersitz gesichert war, wurde mittelschwer verletzt.

Zwei Hubschrauber brachten die Verletzten in Münchner Spezialkliniken. Die Testfahrerin sowie ihr Beifahrer kamen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Am Freitag starb die 35-jährige Mutter in Schwabing an ihren schweren Verletzungen.

Der Fahrer des VW Busses musste am Freitag nochmals operiert werden, ist aber ansprechbar. Dem Baby geht es den Umständen entsprechend gut. Es wird in der Schwabinger Kinderklinik behandelt.

Ein Polizist hat den Kindersitz des verletzten Babys gesichert.

Bei dem Audi Cabrio handelte sich um ein Modell, das jetzt erst auf den Markt kommt. Bei den Ingolstädter Autobauern ist der schreckliche Unfall bereits bekannt. Pressesprecher Moritz Drechsel sagte dem Erdinger Anzeiger. „Wir sind zutiefst erschüttert. Was da passiert ist, ist unfassbar tragisch. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Familie.“ Nun warte man auf die Aussagen der beiden Mitarbeiter sowie auf das Ergebnis der unfallanalytischen Untersuchung.

Drechsel bestätigt, dass im A 3 zwei Mitarbeiter gesessen hätten. „Diese Fahrt fand im Rahmen einer Schulung für Verkäufer in den Autohäusern statt“, erklärt der Audi-Sprecher. Der neue A 3 Cabrio komme jetzt in die Verkaufshallen. „Wie andere Hersteller bieten auch wir Verkäufern die Möglichkeit, neue Fahrzeuge zu testen, damit potenzielle Kunden optimal informiert werden könnten. „Das findet zum Teil auf dem abgeriegelten Testgelände am Flughafen statt. Es gibt aber auch Überlandfahrten“, erklärt Drechsel. Ihm ist es ein Anliegen, „dass wir alle drängen, sich stets an die Straßenverkehrsordnung zu halten“.

Viele Testpiloten würden es aber mit den Verkehrsregeln nicht allzu genau nehmen. Diesen Eindruck jedenfalls hätten viele Bürger in der Vergangenheit im nördlichen Landkreis Erding gewonnen. Teils seien bis zu zehn Fahrzeuge in Kolonne zu beobachten, berichten Leser auf der Facebookseite des Erdinger/Dorfener Anzeiger. Es seien nicht nur Audis zu sehen, sondern auch die Fabrikate anderer Hersteller, darunter BMW. Ein Leser berichtet von "hemmungsloser Raserei".

Michael Schmidt, Chef der Autobahnpolizei Freising, berichtet, dass es in der Region nicht gehäuft zu Unfällen oder groben Verkehrsverstößen durch Testpiloten komme. „Das sind Einzelfälle, die bei unseren Kontrollen herauskommen.“ Der aktuelle Fall sei mehr als tragisch.

ham

Bilder: Schwerer Unfall auf der Isarkanalbrücke

Bilder: Schwerer Unfall auf der Isarkanalbrücke

auch interessant

Meistgelesen

Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion