Sexuelle Attacken auf Jugendliche

Dachau - Wegen sexuellen Missbrauchs zweier Minderjähriger steht seit Mittwoch ein Mann vor dem Amtsgericht Dachau. Er soll den Sohn eines Kneipenbesitzers aus Karlsfeld unsittlich berührt haben. Ebenso habe er einer geistig und körperlich behinderten 16-Jährigen die Brüste abgeleckt, so die Anklage.

Miguel S. (Name geändert) betritt sehr ruhig und gelassen den Saal des Amtsgerichts Dachau. Gemächlich nimmt der 49-Jährige neben seinem Anwalt Platz. Miguel S. trägt einen schwarzen Anzug, hat längere, graue, gelockte Haare und einen goldenen Ring im linken Ohr. Der braungebrannte Portugiese spricht kein Deutsch. Während der Übersetzer ihm die Anklageschrift übersetzt, verzieht er keine Miene. Reue oder Angst scheint der Mann nicht zu empfinden. Er sitzt einfach da, man könnte fast meinen, dass Miguel S. nichts mit der Anklage zu tun hat.

Vor drei Jahren soll S. laut Staatsanwaltschaft einen damals Zehnjährigen in einem Karlsfelder Wirtshaus sexuell missbraucht haben. Der Sohn des Kneipenbesitzers war gerade dabei, etwas zu essen. S. habe den Buben auf Portugiesisch angesprochen. Der Bub sei aufgestanden und habe sich an einen anderen Tisch gesetzt. Miguel S. sei ihm gefolgt, woraufhin der Zehnjährige in der Küche verschwunden sei. Als der Bub wenig später aufs Klo ging, habe S. sich neben ihn an das Pissoir gestellt, seine Hose geöffnet und den Penis des Zehnjährigen gepackt und so fest zugedrückt, dass der Bub große Schmerzen erlitten habe.

Knapp ein Jahr später habe der Angeklagte eine körperlich und geistig behinderte 16-Jährige missbraucht, heißt es im Anklagesatz weiter. In einem Karlsfelder Wohnblock sei Miguel S. mit der 16-Jährigen Aufzug gefahren. Dort habe S. der jungen Frau das T-Shirt hochgeschoben und den BH geöffnet. Gegen ihren Willen habe er sie gegen die Wand gedrückt und begonnen, ihre Brüste zu lecken und hineinzubeißen. Obwohl sich die 16-Jährige gewehrt und versucht habe, Miguel S. von sich wegzuschieben, hätte der Mann nicht aufgehört, sie zu befummeln.

Noch äußerte sich der Portugiese zu den Beschuldigungen nicht. Die Verhandlung wird in 14 Tagen fortgesetzt.

Regina Peter

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