Tiere lieber an Leine ausführen

Die Fuchsräude: Große Ansteckungsgefahr für Hunde im Münchner Umland

Hundehalter sind zur Vorsicht aufgerufen: Die Fuchsräude tritt im Landkreis Dachau vermehrt auf, wie der Jagdschutz- und Jägerverband Dachau mitteilt.

Dachau – Hunde können sich mit der Hautkrankheit infizieren, sie sollten daher an der Leine gehalten werden.

Der Landkreis Dachau gehört laut einer Pressemitteilung des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau zu den gefährdeten Bezirken – das heißt, dass die Fuchsräude hier vermehrt auftritt. Die Fuchsräude ist eine Hauterkrankung, die durch Parasiten hervorgerufen wird. Sie führt meist innerhalb von wenigen Monaten zum Tod des befallenen Tiers.

Die Räudemilbe Sarcoptes scabiei gehört zur Gattung der Grabmilben. Grabmilben kommen bei über 40 Säugetierarten vor und sind weltweit verbreitet. Wie der Name „Grabmilbe“ schon verrät, graben die weiblichen Milben zur Eiablage tiefe Bohrgänge in die Haut, was beim erkrankten Rotfuchs massiven Juckreiz auslöst.

Die meisten der erkrankten Tiere sterben

Durch das Kratzen und Scheuern des Fuchses kommt es zu Hautläsionen, sekundären bakteriellen Wundinfektionen und dem typischen Haarausfall mit borkigen Auflagerungen. Betroffene Stellen sind vor allem Lunte, Kruppe und die Hintergliedmaßen. Auch eine Verhaltensänderung der Füchse, wie z.B. die Tagaktivität, ist zu beobachten, so der Jagdschutz- und Jägerverein in der Pressemitteilung.

Die meisten der erkrankten Tiere werden dadurch so geschwächt, dass sie innerhalb weniger Monate an den Folgen versterben.

Die Fuchsräude ist eine sogenannte Faktorenkrankheit. Das bedeutet, dass mehrere Faktoren vorhanden sein müssen, damit es zum Ausbruch der Krankheit kommt – beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem, sehr junges oder hohes Alter, schlechter Ernährungszustand.

Gerade für Jäger und Hundeführer ist es wichtig zu wissen, dass auch unauffällige Tiere, also symptomlose Füchse, Träger von Sarcoptesmilben sein können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Milben unter optimalen Umweltbedingungen (hohe Feuchtigkeit, kühle Temperaturen um ca. 10 Grad Celsius) mehrere Tage ohne Wirt überleben können.

Auch Hunde können sich mit der Fuchsräude infizieren

Auch Hunde können sich mit der Fuchsräude infizieren. Dies geschieht bei direktem Kontakt mit Füchsen, „aber auch bei indirektem Kontakt wie z.B. dem Einschliefen in den Fuchsbau“, so der Verein. Typisches Leitsymptom bei Hunden mit Sarcoptesmilbenbefall ist der hochgradige Juckreiz. Wird der Hund umgehend beim Tierarzt mit einem milbenabtötenden Mittel (Akarizide) behandelt, so kann die Erkrankung schnell eingedämmt werden. Ansonsten kommt es zu ähnlichen Fell- und Hautveränderungen wie bei klinisch auffälligen Füchsen. Gerade den Baujägern empfiehlt Tierarzt Dominik Diepold, den Hund nach der Baujagd gründlich mit speziellen Shampoos zu waschen und ihn zusätzlich prophylaktisch gegen Ektoparasiten zu schützen.

Nicht nur der Hund kann zum Opfer der Sarcoptesmilbe werden, sondern auch der Mensch. Da dieser aber nur als Fehlwirt fungieren kann, kommt es hierbei nur zur Ausbildung der sogenannten „Pseudokrätze“. Diese führt zu juckenden, papulösen Hautveränderungen. Die Milbe kann sich in der menschlichen Haut jedoch nicht fortpflanzen, die Erkrankung heilt in den allermeisten Fällen komplikationslos aus.

Um das Infektionsrisiko für Mensch und Hund so gering wie möglich zu halten, sollten Jäger vor allem mit erlegten bzw. verendet aufgefundenen Füchsen bewusst und hygienisch umgehen. Hundehalter sollten in gefährdeten Bezirken, wie im Landkreis Dachau, Hunde an der Leine halten und auf den öffentlichen Wegen bleiben, empfiehlt der Jagdschutz- und Jägerverein Dachau.

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mm

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