"Eine richtig tolle Idee"

Prostituierte beglücken Senioren in Altenheim

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(v.l.) Marika, Laura und Alina machen den Senioren eine vorweihnachtliche Freude.

Dachau - Alina, Laura und Marika haben ein großes Herz. Gemeinsam mit den übrigen Freudenmädchen des Salons Patrice machen sie den Bewohnern eines Altenheimes eine vorweihnachtliche Freude.

„Für alles mögliche wird gesammelt, für Tiere oder Kinder. Aber keiner spendet für alte Leute“, sagt Loreni, die Geschäftsführerin des Bordells in der Karl-Benz-Straße in Dachau-Ost. Aus diesem Grund kommt Donnerstag Mittag, Schlag 12 Uhr, im Dachauer Friedrich-Meinzolt-Haus Entenbrust mit Kartoffelknödeln und Blaukraut auf den Tisch. Lorenis Ehemann, Mitarbeiter bei Südfleisch, sorgt für den Braten, die Mädchen, quasi zum Nachtisch, für süße Weihnachtskärtchen, die sie selbst geschrieben haben. Dazu gibt es für jeden der 150 Bewohner des Alten- und Pflegeheims, ein Päckchen mit Süßigkeiten und Wein – und 25 Euro in bar. Viele der alten Menschen beziehen Sozialhilfe. „Von dem Geld“, so Loreni, „gönnen sie sich mal einen Friseurbesuch, ein schönes Stück Torte oder können ein Geschenk fürs Enkelkind kaufen.“

„Zu helfen, ist uns einfach ein Bedürfnis“, so Geschäftsführerin Loreni weiter. Ihr Bordell beschenkt die Senioren des Meinzolt-Hauses bereits seit 2005. Damals hatte der Staat die Weihnachtshilfe für Sozialhilfeempfänger gekappt. „Und das hat uns geärgert. Schließlich haben diese Menschen nach dem Krieg mitgeholfen, unser Land wieder aufzubauen“, sagt Loreni.

„Die Bewohner reagieren auf unsere Besuche sehr positiv“, sagt Loreni und verrät, dass auf die Demenzgruppe im Friedrich-Meinzolt-Haus eine ganz besondere Überraschung wartet. Eine tierische. Loreni bringt ihre beiden Hunde, Yorkshire-Terrier Klopfer und Samojedenspitz Gismo mit. „Die beiden sind sehr lieb, und die Kranken freuen sich, wenn sie sie streicheln dürfen“, so Loreni.

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Am Donnerstag mit dabei sind auch die Mädchen. „Das ist eine richtig tolle Idee. Da gehe ich mit“, meint etwa Alina (26) aus Lettland. Sie wird begleitet von Ashley (25), die ursprünglich von den Seychellen stammt. Marika (29) aus Polen kann leider am Donnerstag nicht dabei sein. Sie ist verhindert. Aber auch sie ist begeistert von der Aktion: „So sehen uns die Leute mit anderen Augen“, erklärt sie. Hausdame Laura sieht in die Zukunft: „Was erwartet mich einmal. Ist da jemand, der mir hilft, wenn ich einmal alt bin?“

Um Geld für ihre Aktion zu sammeln, haben die Patrice-Girls in ihrem Etablissement ein großes Sparschwein aufgestellt. In das können die Gäste Geld einwerfen. Doch nicht nur sie spenden. „Die Sache spricht sich immer mehr herum“, sagt Loreni. Selbst Reifenhändler Stelzl und das Abbruchunternehmen Ettengruber aus der Nachbarschaft des gewerbegebiets hätten sich großzügig gezeigt.

Thomas Zimmerly

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