Schlüsseldienst lässt Guliano (2) im Bad sitzen

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Jetzt geht es Guliano wieder gut: Der zweijährige Sohn von Biljana Djordjevic hatte sich im Bad eingesperrt – und der Schlüsseldienst verweigerte die Hilfe.

Prittlbach - Drei Stunden war Guliano (2) im Bad eingesperrt. Seine Eltern konnten ihn nicht befreien und riefen den Schlüsseldienst. Der Mitarbeiter fuhr jedoch unverrichteter Dinge wieder, weil die Eltern weder Bargeld noch Kreditkarte hatten.

Die Not war groß: Der zweijährige Guliano hatte sich im Bad eingesperrt. Die Eltern suchten Hilfe bei einem Schlüsseldienst – und wurden im Stich gelassen. Zu guter Letzt hat die Mutter Biljana Djordjevic aus Prittlbach (Landkreis Dachau) Polizei und Feuerwehr alarmiert. Die Helfer der Feuerwehren aus Hebertshausen und Prittlbach bohrten das Schloss der Badezimmertür auf und befreiten den Bub. Guliano sei bereits sehr verstört gewesen und habe natürlich geweint, wie Polizeihauptkommissar Markus Kübler mitteilte.

Der Schlüssel hatte innen an der Badtür gesteckt. Guliano sperrte versehentlich zu, als er sich im Bad befand. Sofort versuchten die Eltern, ihren Sohn zu befreien. Doch selbst mit Gewalt war nichts zu machen. Auch der Versuch, über das Dachfenster einzusteigen, scheiterte. Schließlich rief die Familie Djordjevic einen Schlüsseldienst über eine Servicenummer, woraufhin eine Firma aus München geschickt wurde.

Als der Mitarbeiter der Firma in Prittlbach eintraf, forderte er 240 Euro in bar oder eine Kreditkarte, bevor er mit seiner Arbeit beginnt. Einen solch hohen Betrag hatte die Familie jedoch nicht im Haus, sie verfügt auch nicht über eine Kreditkarte. Die 22-jährige Mutter bot an, das Geld zu überweisen – doch der Mitarbeiter vom Schlüsseldienst fuhr wieder, ohne die Tür zu öffnen.

„Dieses Verhalten ist menschlich verwerflich“, sagt Polizeihauptkommissar Markus Kübler. Die Polizei Dachau hat den Vorfall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, der Sachverhalt werde nun geprüft. Sollte es Anzeichen dafür geben, dass sich der Herr vom Schlüsseldienst aus strafrechtlicher Sicht nicht korrekt verhalten hat, so wird er mit einer Anzeige rechnen müssen. „Unterlassene Hilfeleistung wäre denkbar“, so Kübler. Immerhin habe sich hier ein zweijähriges Kind in einer Notlage befunden. Glücklicherweise endete das Drama, das für Guliano drei Stunden andauerte, im Guten: Die Feuerwehr konnte den Buben sehr schnell befreien und der Mutter übergeben.

Nikola Obermeier

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