DAH-AH 88

Warum ein Kennzeichen Unmut erregt

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Er erfüllt fast jeden Wunsch: Christian Müller, Chef der Zulassungsstelle Dachau. Das umstrittene Kennzeichen gibt es nicht im Bild.

Dachau – Mit dem Nummernschild DAH-AH 88 an seinem Auto ist ein Landkreisbürger die vergangenen fünf Jahre durch die Gegend gefahren. Eine Kombination, die den Unmut anderer Bürger erregt hat.

„Es gibt Personen, die das für etwas anderes halten“, sagte der Chef der Dachauer Kfz-Zulassungsstelle, Christian Müller, schon Mitte 2011 gegenüber den Dachauer Nachrichten (DAH-WC war keine so gute Idee). Müller spielt darauf an, dass in Neonazi-Kreisen die 8 für den achten Buchstaben des Alphabets steht (Stichwort: HH für Heil Hitler).

Verboten war die Ausgabe des Kennzeichens im Jahr 2007 allerdings nicht. „Erst 2010 erhielten wir ein Schreiben der Regierung, diese Kombination nicht auszugeben“, erklärt Müller. Wegen Dachaus nationalsozialistischer Vergangenheit galt das auch für weitere, bestimmte Verknüpfungen wie DAH-SS, SA, HJ, KP oder KZ. Die Halter hätten allerdings bereits ausgegebene Schilder bis zur nächsten Erfassung (Halterwechsel, Stilllegung des Wagens) behalten können, sagt der Leiter der Zulassungsstelle weiter. Erst dann würden sie zu einem Wechsel gedrängt.

Müller hat den Landkreisbürger mit der fraglichen Kombination, dessen Namen er aus Datenschutzgründen nicht nannte, inzwischen angerufen. „Er fand das klasse. Er hat gesagt, dass er keinesfalls in die rechtsradikale Ecke gedrängt werden möchte. Er habe damit nichts zu tun“, so Müller. Der Mann habe 2007 seine Initialen ausgewählt und die 88, weil er sich diese Schnapszahl besser habe merken können, gab er gegenüber Christian Müller an. Am Mittwoch bekam der Mann nun ein neues Nummernschild mit unverfänglichen Buchstaben und Zahlen. zim

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