Jetzt stand er vor Gericht

Dachauer (18) verliert Wette - und muss vor Frauen blankziehen

Ein Dachauer (18) hat gegen seine Kumpel eine Wette verloren. Der Einsatz war reichlich ungewöhnlich: Der Verlierer muss Frauen sein erigiertes Geschlechtsteil zeigen. Der Fall landete nun vor Gericht.

Dachau  Um seine Wettschulden einzulösen, setzte sich der 18-jährige Dachauer Mehmet K. (Name von der Redaktion geändert) im September vergangenen Jahres in sein Auto, das er in Garching am Straßenrand parkte. Als Paula H. (Name von der Redaktion geändert) auf dem Rückweg aus der Mittagspause zur Arbeit daran vorbei geht, lässt er die Scheibe herunter und bittet sie, näher zu kommen. Als H. sich zu ihm hinunter beugt, sieht sie sein entblößtes und erigiertes Glied und wird von K. zusätzlich auch noch mit unsittlichen Kommentaren belästigt.

„Es war mir wirklich sehr peinlich und unangenehm. Und auch später musste ich oft noch an diese schreckliche Situation denken“, erzählt das Opfer vor Gericht. Nach dem Vorfall entfernt sie sich so schnell wie möglich und ruft die Polizei. Doch offenbar hat der Täter seine Wettschulden immer noch nicht beglichen.

Denn wenige Minuten darauf kommt die Schwiegermutter des ersten Opfers ebenfalls an dem Auto vorbei und muss das Gleiche wie ihre Schwiegertochter über sich ergehen lassen. H. hat mittlerweile ihren Verlobten angerufen, der in ganz in der Nähe arbeitet. Dieser trifft draußen auf seine Mutter. Sie zeigt ihm das Auto, und ihr Sohn ist wild entschlossen, den Mann der sowohl seine Mutter als auch seine Verlobte belästigt, zur Rede zu stellen. Der Täter, der immer noch in seinem Auto sitzt, bekommt beim Anblick des Mannes, der auf ihn zustürmt, wohl Panik und tritt aufs Gas.

„Er wollte einfach nur weg. Aber er hätte es in Kauf genommen, den Mann, der auf der Straße stand, dabei zu überfahren“, schilderte ein Zeuge die Situation. Doch K. macht keine Anstalten zu bremsen oder auszuweichen. Im Gegenteil: „Die Reifen quietschten und der Motor heulte auf. Im letzten Moment konnte sein Kontrahent zur Seite springen. Das war richtig knapp“, schilderte ein weiterer Zeuge.

Von Schamgefühl sei bei dem Täter nichts zu spüren gewesen. „Es wirkte eher so, als genieße er die Situation“, gaben die beiden Opfer zu Protokoll. Sein Schamgefühl hatte er zur Gerichtsverhandlung wieder gefunden. Nach langer Rede um den heißen Brei gestand er die Taten: „Ich habe es aber nicht gemacht, um mich sexuell zu erregen. Und ich wollte den Mann auch nicht überfahren“, beteuerte K.

Er wurde der exhibitionistischen Handlungen, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen.

K. muss 1200 Euro an die Stiftung Opferhilfe Bayern zahlen. Zusätzlich wurde ein Fahrerlaubnisentzug für drei Monate verhängt. „Das Gericht traut es sich aber nicht zu, zu beurteilen, ob die Handlungen sexuell motiviert waren“, erklärte Richter Dorner. Um dies abzuklären, muss sich K. bei der Psychotherapeutischen Fachambulanz für Sexualstraftäter vorstellen – und gegebenenfalls therapieren lassen.

Stefanie Ritter

Rubriklistenbild: © dpa

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