Am Mittwoch Thema bei "Aktenzeichen XY"

Gestohlenes KZ-Tor im TV: Gibt es endlich Hinweise?

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München - Wer hat das über 100 Kilogramm schwere KZ-Tor in Dachau geklaut? Auch nach über zwei Monaten fehlt von der Gittertür jede Spur, alle Hinweise verliefen ins Leere. Nun soll das Fernsehpublikum helfen

In der Sendung von "Aktenzeichen XY… ungelöst" am Mittwoch (ZDF, 20.15 Uhr) schildert Gerhard Drexel den Fall und bittet die Zuschauer um Indizien. Drexel ist Ermittelnder Kriminalhauptkommissar in Fürstenfeldbruck.

Das stählerne Eingangstor mit der Inschrift "Arbeit macht frei" im ehemaligen Konzentrationslager in Dachau (Archivbild vom 18.04.2008).

„Das gestohlene Tor mit der Inschrift ‚Arbeit macht frei‘ ist aufgrund seiner hohen Symbolkraft von allerhöchstem Stellenwert für die Stadt“, betont Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann. Tausende Häftlinge passierten das Tor während der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes. Zunächst waren es vor allem politische Gegner, später auch Angehörige verfolgter Gruppierungen – Homosexuelle, Behinderte und religiöse Minderheiten wie die Zeugen Jehovas oder Juden.

„Durch den Spruch wurden diese Menschen verleumdet, sie würden nicht ‚richtig‘ arbeiten“, erklärt Dr. Dirk Riedel von der KZ-Gedenkstätte. „Gleichzeitig wurde verschleiert, dass im Konzentrationslager Rechtlosigkeit und Terror herrschten, von ‚Freiheit‘ also keine Rede sein konnte.“

Wer das Tor gestohlen hat, bleibt unklar. Materiell wertvoll ist es aber nicht. Das legt die Vermutung nahe, dass es aus ideellen Gründen gestohlen wurde und bei einem Rechtsradikalen oder kranken Sammler gelandet ist.

Das historische Mahnmal ist nur teilweise original: Der Spruch wurde nach der Befreiung entfernt. Erst nach Gründung der KZ-Gedenkstätte fiel 1972 die Entscheidung, den Spruch zu rekonstruieren. „Während es sich bei dem Schriftzug also um eine Replik handelte, scheint die Gittertüre offenbar ein Original gewesen zu sein“, sagt Riedel.

Davon unabhängig hoffen alle Beteiligten, dass das Tor wieder auftaucht. Doch was ist, wenn es verschollen bleibt? Für den Fall gibt es noch keine konkreten Pläne. „Wir haben uns aber sehr über die Geste der Partnerstadt Dachaus, das italienische Fondi, und anderer Stellen gefreut, die spontan angeboten haben, auf eigene Kosten eine Rekonstruktion der Gittertüre anfertigen zu lassen“, sagt Riedel. Ob das nötig wird, darüber entscheiden vor allem die Hinweise der XY-Zuschauer.

Maren Dopp

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