Polizeikontrolle

Polizei zieht frisierte Mofas aus dem Verkehr

Polizei zieht frisierte Mofas aus dem Verkehr

Dachau - Bei schönem Wetter schwärmen sie aus, die Mofa- und Rollerfahrer. Häufig zieht die Polizei frisierte Kleinkrafträder aus dem Verkehr.  Wer mit einem „offenen“ Mofa erwischt wird, hat ein Problem.

Frisieren von Mofas, Rollern oder Mopeds - viele kennen den Begriff, der so gar nichts mit dem Friseurhandwerk zu tun hat. Es geht darum, das Kleinkraftrad durch Manipulation am Motor schneller zu machen. „Das ist keine Lappalie, sondern eine Straftat“, stellt Michael Richter von der Dachauer Polizei klar. Der Polizeihauptkommissar erklärt: „Wer sein Gefährt schneller als mit der eingetragenen Geschwindigkeit bewegt, fährt ohne gültige Fahrerlaubnis. Das hat eine Anzeige zur Folge.“

Ersttäter müssen außerdem ein so genanntes Verkehrsseminar besuchen. „Im Seminar wird über Themen wie Suchtmittel im Straßenverkehr und rücksichtsvolles Verkehrsverhalten aufgeklärt. Ein weiterer Baustein ist ein Erste-Hilfe-Kurs“, erläutert Ursula Walder von der Jugendgerichtshilfe. „40 Jugendliche nehmen jährlich an dem achtstündigen Seminar teil“, so Walder. Zusätzlich gibt es einen Eintrag ins Erziehungsregister. Auf Wiederholungstäter warten ein vereinfachtes Jugendverfahren sowie Sozialstunden.

Dumm kann es für angehende Autofahrer laufen. „Wer kurz vor oder während der Fahrschule zum Autoführerschein erwischt wird, muss mit dem Führerschein so lange aussetzen, bis das Verfahren abgeschlossen ist“, so Walder.

Die Polizeibeamten der operativen Ergänzungsdienste haben Erfahrung im Aufspüren der Raser. Bei zu schnellen oder zu lauten Kleinkrafträdern nehmen sie die Verfolgung auf und stoppen die Fahrer. Am Straßenrand wird dann eine Kontrolle durchgeführt. Wurde an einem Gefährt offensichtlich herumgeschraubt, wird dieses sichergestellt. Stellen sich die Überführten quer, folgt eine Beschlagnahmung. „Um größerem Ärger aus dem Weg zu gehen, sind die meisten Verkehrssünder jedoch kooperativ“, so Richter.Die Mofas werden dann auf dem Rollenprüfstand getestet. Das Gerät ist geeicht, deshalb kann die festgestellte Geschwindigkeit vor Gericht verwertet werden. Denn nicht die bei der Verkehrskontrolle gemessene, sondern die auf dem Rollenprüfstand festgestellte Maximalgeschwindigkeit ist für das Strafmaß ausschlaggebend.

Gerade zu Saisonbeginn werden regelmäßig Hobbyschrauber erwischt. „Oft vergessen die Verkehrsteilnehmer, sich für das neue Jahr ein gültiges Versicherungskennzeichen zu besorgen“, sagt Michael Richter .Und bei mancher „normalen“ Verkehrskontrolle kommt dann oft mehr als erwartet ans Tageslicht. (stm)

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