Dachauer Staatsanwalt aus Rache an der Justiz getötet?

Landshut - Nach dem Mord an einem Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht sucht der Verteidiger das Motiv des mutmaßlichen Täters in erlittenem Justizunrecht.

Sein Mandant wolle rund 20 Fälle “zu Unrecht vor bundesweiten Gerichten verloren haben“, erklärte Wahlverteidiger Maximilian Kaiser am Freitag in Landshut und forderte: “Sämtliche Fälle müssen näher beleuchtet und überprüft werden.“

Außerdem erwäge er Strafanzeige “gegen den derzeitigen Pflichtverteidiger wegen des Verdachts mehrfacher erheblicher Verletzungen der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht“. Sein Kollege habe “mehrfach auskunftsfreudig gegenüber Medienvertretern über den Ablauf des Haftrichtertermins und über den Inhalt eines “vertrauensvollen“ Vier-Augen-Gesprächs mit seinem Mandanten berichtet“.

Der Staatsanwalt war am 11. Januar bei einer Gerichtsverhandlung erschossen worden. Der 54-jährige Angeklagte war wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden und soll während der Urteilsbegründung mit einer Pistole auf Richter und Staatsanwalt gefeuert haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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