Dachauer Todeschütze will neuen Anwalt

Dachau - Der Todesschütze von Dachau will seinen Pflichtverteidiger nicht mehr. Aus Gründen der Gleichbehandlung möchte er sich einen neuen Anwalt nehmen.

Am 11. Januar erschoss Rudolf U. im Amtsgericht Dachau den Staatsanwalt Tilman T. (†31). Am Dienstag hat der 54-jährige ­Täter seinen Rechtsanwalt ­gewechselt. Künftig verteidigt ihn nicht mehr Pflichtverteidiger Wilfried Eysell, sondern Rechtsanwalt Maximilian Kaiser (35) aus Landshut.

Auch am dortigen Amtsgericht gab es 7. April 2009 eine Schießerei. Ein 60-Jähriger tötete eine Frau und sich selbst, verletzte einen Anwalt. „Das war ein Schock“, sagt Anwalt Kaiser. Aber auch ein Täter wie sein neuer Mandant Rudolf U. verdiene einen Verteidiger, der seinen Job gut macht. Kaiser ist dennoch klar: „Mitleid wird mein Mandant keines erwarten dürfen.“

Maximilian Kaiser besuchte Rudolf U. in der JVA Straubing, in die er zwischenzeitlich von Stadelheim aus verlegt wurde. „Es geht ihm psychisch nicht gut, und er hat abgenommen“, sagt Kaiser zur tz. Der Anwalt hat Rudolf U. im Gefängnis besucht und eineinhalb Stunden lang mit ihm gesprochen.

„Weil er, wie er sagt, vor Gericht immer wieder verloren hat, hat sich etwas in ihm angestaut“, sagt Kaiser. Doch müsse Rudolf U. psychiatrisch und neurologisch untersucht werden: „Dem will ich nicht vorgreifen.“

Kaiser werde nun die Akten zu den von Rudolf U. verlorenen Gerichtsverfahren studieren und Akteneinsicht abwarten.

S. Sasse

Rubriklistenbild: © Chymyn

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