Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

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Wirbel um angebliche Zwangsoperation

Dachauer Todesschütze: Jetzt beginnt sein Prozess

Dachau - Ab Montag steht der Dachauer Todesschütze, der während einer Gerichtsverhandlung einen Staatsanwalt erschoss, vor Gericht. Wirbel gibt es vor Prozessauftakt um eine angebliche Zwangsoperation.

Seine feige Tat schockte das ganze Land: Am 11. Januar erschoss Spediteur Rudolf U. (54) im Dachauer Amtsgericht den jungen Staatswanwalt Tilmann T. (31†). Der Prozess gegen den Täter wurde zum Gezerre: Rudolf E. leidet unter Diabetes, hungerte sich im Gefängnis fast zu Tode – er ist schwer krank. In der Untersuchungshaft mussten Ärzte ihm beide Beine amputieren. Im Gefängnis hat er die Tat aber gestanden. Im zweiten Anlauf startet am Montag der Prozess am Münchner Landgericht. Die Anklage lautet: Mord und dreifacher versuchter Mord.

Bilder: Schüsse am Dachauer Amtsgericht

Bilder: Schüsse am Dachauer Amtsgericht

Die Tat

Es war kurz nach 16 Uhr, als die Richter im Dachauer Amtsgericht gerade ihr Urteil begründen wollten. In Prozess ging es Sozialversicherungsbeiträge: Rund 44 000 Euro soll Rudolf U. nicht abgeführt haben. Da dreht der Spediteur durch: Er springt von seinem Stuhl auf, zieht eine Pistole aus der Hosentasche und zielt auf den Richter. Als der sich mit einem Sprung unter seinen Tisch wegduckt, zielt U. auf den jungen Staatsanwalt Tilman T. – und schießt fünf Mal. Drei Schüsse treffen den Juristen in Arm, Schulter und in den Bauch. Blutend bricht er zusammen – zwei Beamte überwältigen den Schützen. Ein Notarzt kämpft um das Leben des Staatsanwalts, kann ihn sogar wiederbeleben. Doch trotz Not-Operation verstirbt er gegen 17 Uhr im Isar-Amper-Klinikum.

Die Folgen

Wie kann ein bewaffneter Mann mit Pistole in den Gerichtssaal gelangen? Darüber stritten Politik und Justiz nach den Todesschüssen in Dachau. Im Freistaat gibt es 215 Justizgebäude – nur in München, Augsburg, Nürnberg und Würzburg gehören Kontrollen aber wie an Flughäfen zum Sicherheitsstandard. Justizministerin Beate Merk verabschiedete nach der Tat ein Sicherheitskonzept. Doch auch danach wird an Gerichten nur im Einzelfall besonders scharf kontrolliert – in kleineren Verfahren wie in Dachau weiterhin nicht.

Die Verhandlung

In der ersten Verhandlungswoche, die am Montag beginnt, sind zunächst fünf Sitzungen geplant. Zur Verhandlung muss der Angeklagte im Rollstuhl in den Sitzungssaal gefahren werden. Seine zweite Beinamputation führte zum Streit zwischen Verteidiger Maximilian Kaiser und der Justiz: Angeblich willigte Rudolf U. nur unter dem Einfluss des harten Schmerzmittels Morphium ein. Laut Gericht ist er aber verhandlungsfähig. Zur langen Leidenszeit im Gefängnis sagte sein Anwalt „Er hat mit seinem Leben abgeschlossen.“

thi

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