tz hilft: Wohung für Alleinerziehende

Danke! Jetzt haben wir ein Zuhause

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Die Odyssee ist beendet: Dank der tz hat die alleinerziehende Sabrina und ihre Evelyn eine Wohnung gefunden – im Haus von Traudl Witt (links) und ihrem Mann in Germering.

Germering - Die tz macht’s möglich: Eine Alleinerziehende, die reihenweise Absagen kassiert hat findet endlich eine Wohnung. für sich und ihr Töchterchen.

Sabrina Kieselbach (23, Name geändert) plappert. Sie macht kein Komma, macht keinen Punkt. Erzählt, wie sie sich ihr zukünftiges Leben in Germering vorstellt. Im Haus von Hans und Traudl Witt. Denn dort zieht sie am Montag ein, in die Wohnung im ersten Stock, die seit einer Weile frei steht. Auf Sabrina Kieselbachs Arm schläft ihre fünf Wochen alte Tochter Evelyn. Sie kriegt nichts mit, verschläft ihn einfach, den Tag, der ihre Mama so glücklich macht. Doch dann lächelt Evelyn im Schlaf. Genau in dem Moment, als ihre Mama sagt: „Knopferl, jetzt haben wir endlich eine Wohnung!“

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Nachdem der Hilfe-Artikel vergangenen Freitag in der tz erschienen ist, ging es ganz schnell: Sechs Wohnungen hat sich die junge Mutter am Wochenende angeschaut. Die in Germering von Hans (86) und Traudl Witt (65) hat ihr sofort gefallen – und dem Ehepaar gefällt das Leben, das in ihr Haus einzieht. „So ein kleines Buzzal“, sagt Hans Witt und blickt zu Evelyn. Der 86-Jährige hat einen Stock in der Hand und die ganze Zeit einen Witz auf den Lippen. Dass er tagsüber daheim ist, gefällt Sabrina Kieselbach. „Wir können zusammen einkaufen oder ich bringe Ihnen was mit“, sagt die 23-Jährige. „Am Nachmittag können sie den Kinderwagen durch den Garten schieben.“ Hans und Traudl Witt lachen.

Dann machen sie ernst: Traudl Witt holt den Mietvertrag und füllt ihn gemeinsam mit Sabrina Kieselbach aus. Hinterher drückt sie der jungen Mutter die Schlüssel in die Hand: „Damit sie schon am Wochenende reinkönnen.“ Denn auch das hat die 23-Jährige bereits geplant: Am Freitag fährt ein Freund mit einem Sprinter Möbel, Waschmaschine und Klamotten nach Germering. Auch ihre Eltern und ihr Bruder sind als Helfer eingeplant – alle drei wohnen ohnehin nur ums Eck in Germering.

Obwohl es noch ein paar Tage bis zum offiziellen Mietbeginn am 15. Juli sind, ist Kieselbach gedanklich schon ausgezogen aus dem Obdachlosenheim für Frauen in München. In der „Karla 51“ hat sie in den vergangenen Wochen gelebt, nachdem sie nach der Trennung von ihrem Freund von Österreich nach München zurückgekehrt ist – und sage und schreibe 59 Absagen von Vermietern kassiert hat. Alleinstehend und kleines Kind? Nein, danke!

„In Germering hab’ ich nicht vor, in den nächsten 100 Jahren auszuziehen“, lacht sie. Traudl Witt lacht mit – und setzt das Kreuz bei „unbefristetes Mietverhältnis“.

Patricia Kämpf

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