Wirbel um schwarze Puppe für die Schul-Krippe

Fürstenfeldbruck - Krippen, Engel, Kerzen: Der Advent schreit danach, in Schulen thematisiert zu werden. Doch es gibt auch Fälle von misslungener vorweihnachtlicher Pädagogik.

Darf ein Engel in einer gemeinsam gestalteten Schul-Krippe bunte Kleider tragen, Haare haben und darüberhinaus sogar noch dunkelhäutig sein?

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Nein, fand jetzt eine Lehrerin aus dem Landkreis. Und verbannte die Puppe, die eine Sechsjährige mitgebracht hatte, aus der Krippe. Das Mädchen war völlig aufgelöst. „Meine Enkeltochter ist der Meinung, dass es auch schwarze Engel geben kann“, sagt die Oma der Erstklässlerin - eine Meinung, der sich die Seniorin anschließt. Denn wer weiß schon, wie Engel aussehen?

Der Oma geht es vor allem darum, die Sechsjährge zu unterstützen. Denn diese hat immer nasse Augen, wenn das Thema aufs Tapet kommt.

Zu dem Vorfall, den die betreffende Lehrerin für ein komplettes Missverständnis hält, war es im Rahmen des Krippenprojekts in der ersten Klasse gekommen. Jedes Kind sollte etwas beisteuern: Ein Erstklässler brachte eine Puppe mit, die Maria darstellen sollte, ein anderer steuerte ein Schaf bei und so weiter.

Nur der Engel der Sechsjährigen fiel durch, was die Kleine einfach nicht begreifen kann. Denn seit einem Besuch im Benediktiner-Kloster St. Ottilien weiß sie, dass in Krippen auch dunkelhäutige Figuren vorkommen. Weil die Weihnachtsgeschichte nun mal im Orient spielt, brachte die Sechsjährige ihre Schwarze Puppe mit. Sie wurde prompt in der Klasse lauthals ausgelacht - was wohl das Schlimmste für die Sechsjährige war. Die Lehrerin, so findet die besorgte Oma, hätte der Sechsjährigen beispringen müssen.

Die Lehrerin indes spricht von einem Missverständnis. Die Hautfarbe der Puppe habe keine Rolle gespielt. Sonst will sie zu dem Vorfall aber am liebsten gar nichts sagen. Ganz offenbar hatte sie schlicht eine andere Vorstellung davon, wie ein Engel in der Schulkrippe aussehen soll. Gefordert war eine Baby-Puppe mit Strampelanzug und vor allem ohne Haare.

Allerdings: Bei der Sechsjährigen kam die Ablehnung so an, als ob die Hautfarbe ausschlaggebend gewesen sei. Und das habe das Weltbild der Kleinen erschüttert, so die Oma.

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