Jetzt rücken die Putz-Profis an

Darmvirus: Ganzer Kindergarten wird desinfiziert

Das Rotavirus: Sieht eigentlich ganz schön aus, ist aber brandgefährlich. Schon der Verdacht auf seine Anwesenheit legt einen ganzen Kindergarten lahm. foto:mm Archiv

Olching – In Olching hat ein Magen-Darmvirus zugeschlagen. Weil eine Erzieherin sich damit infiziert hat, bleibt der Kindergarten Dreikäsehoch für den Rest der Woche geschlossen.

Am Dienstag ging ein Anruf bei der Stadt Olching ein: Die Erzieherin sei am Rotavirus erkrankt. Das habe ein Arztbesuch zweifelsfrei ergeben. Obwohl keines der Mädchen und Buben erkrankt ist, wurde der Kindergarten sofort dichtgemacht. „Völlig zurecht“, sagt der Leiter des Kreis-Gesundheitsamts Rudolf Summer. „Rotaviren sind hochansteckend.“

Am häufigsten sind Kinder im Alter von sechs bis 24 Monaten betroffen. Erwachsene infizieren sich eher selten. „Deshalb ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass sich die Erzieherin an einem Kind angesteckt hat“, vermutet die Sprecherin der Stadt Olching Julia Henderichs. Das muss nicht direkt im Kindergarten gewesen sein. Die Viren verbreiten sich durch Berührung oder über verunreinigte Gegenstände. „Auch auf einem Spielplatz wäre das möglich“, so Henderichs.

Die Virusinfektion ist heuer schon die zweite in Olching. Im Kindergarten Löwenzahn erkrankten vor gut einem Monat 20 Kinder und drei Erzieherinnen. Damals war es der Norovirus. Ist man jetzt besonders wachsam in Olching? Sprecherin Henderichs erklärt: „Mit Blick auf den vorangegangenen Virus möchte man natürlich sehr vorsichtig sein.“

Bis die Erkrankung ausbricht, dauert es ein bis drei Tage. Auszuschließen ist also nicht, dass sich schon einige Kinder bei der Erzieherin angesteckt haben. „Die hüpfen dann noch fröhlich im Kindergarten herum und infizieren – ohne es zu wissen – andere Kameraden.“ Diesem Szenario möchte man vorbeugen.

Deswegen können die Kinder auch nicht auf andere Kindergärten aufgeteilt werden. Die Mütter und Väter müssen sich für den Rest der Woche selbst um eine Betreuung kümmern. Böse Anrufe trudelten deshalb noch nicht bei Henderichs ein. „Die Eltern reagieren alle verständnisvoll.“

61 Buben und Mädchen sind betroffen. Sie sind aufgeteilt in drei Kita- und eine Kindergartengruppe. Gerade für die Kleinsten könnte der Rotavirus sehr gefährlich werden. „Kleinkinder haben nur ganz wenig Flüssigkeit im Körper“, erklärt Gesundheitsamtleiter Rudolf Summer. „Sie könnten austrocknen.“ Die Rotaviren lösen die Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung aus. Für Erwachsene ist das zwar lästig, aber nicht gefährlich.

Schützen kann man sich zwar theoretisch gegen den Virus, praktisch ist die Umsetzung aber schwierig. „Das Zeitfenster ist sehr knapp“, weiß Summer. „Man kann sich höchstens bis zur zwölften Lebenswoche impfen lassen.“

Um den Schutz der Kinder kümmert sich diese Woche noch eine Reinigungsfirma. Die Oberflächen und Sanitäranlagen würden nun desinfiziert. Dann könnten die Räume wieder bedenkenlos betreten werden.

Summer rechnet aber noch mit weiteren Schließungen in diesem Jahr. Dass Olching zweimal in so kurzer Zeit betroffen war, ist zwar unglücklich, in den Wintermonaten aber ganz normal. „Das steht uns heuer bestimmt noch ein paar Mal bevor.“ elena wlacil

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