Am benachbarten Bahngleis liegt‘s nicht

Darum darf dieses Paar keine Vögel im eigenen Garten mehr füttern

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Haben eingelenkt: Nach Beschwerden haben Therese und Hans-Werner Hohenegger das Füttern eingestellt.

In Holzkirchen wird es immer stiller. Zuletzt verklagte ein Anwohner die Gemeinde, weil nebenan Kühe weiden. Nun musste ein Holzkirchner Paar aufhören, Vögel im Garten zu füttern.

Holzkirchen – Es ist still geworden. Nur der Lärm vorbeifahrender Autos und der angrenzenden Bahnstrecke dringt noch in das Wohngebiet in Holzkirchen, in dem das Ehepaar Therese (62) und Hans-Werner (66) Hohenegger lebt. Das war nicht immer so. Eine Lärmquelle ist seit Kurzem verstummt: das Vogelgezwitscher. Nachbarn fühlten sich davon so gestört, dass sie sich bei der Hausverwaltung beschwerten.

Seit Jahren füttert Therese Hohenegger die gefiederten Bewohner in ihrem Garten. Vor allem Stare nehmen Anflug auf ihr Vogelhäuschen. „Es gibt dieses Jahr viele Junge. Da freuen sich die Stare über etwas Unterstützung bei der Futterbeschaffung“, sagt die Holzkirchnerin. „Es ist faszinierend, wie fleißig die Starenmutter ihren Aufgaben nachgeht.“ Außerdem sei der Gesang besonders im Frühjahr hochmusikalisch.

Nicht jeder teilt diese Meinung. Anwohner beschwerten sich über den Lärm, den Stare, Meisen, Spatzen, Amseln und ab und an ein Eichelhäher produzierten. Das Gezwitscher begann meist um 5 Uhr, berichtet ein Nachbar, mancher fühlte sich um den Schlaf beraubt. Ein weiteres Argument: Das Wohngebiet sei zu eng, um Vögel zu füttern. Therese Hohenegger kann darüber nur den Kopf schütteln. „Vielleicht sollten diese Nachbarn mal darüber nachdenken, dass sie in der Natur leben, und dazu gehören Vögel schließlich auch.“

Um des nachbarschaftlichen Friedens willen stellte das Ehepaar die Fütterung ein. Aber: Als Hinweis auf ihren Unmut prangt jetzt ein Plakat am Vogelhaus, mit der Aufschrift: „Das Futterhaus ist leer. Jetzt kommt kein Vogel mehr.“ Sobald die Anzahl der Vögel saisonbedingt abnimmt, überlegt das Ehepaar, die Fütterung wieder aufzunehmen.

Leah Stefan

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