"Das ist alles eine Riesen-Sauerei!"

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Hans Müller baute den Konzern auf

München - Im Hygiene-Skandal um Müller-Brot meldet sich jetzt Hans Müller zu Wort. Er hat den Konzern aufgebaut - und ist schockiert, was aus diesem geworden ist.

Unternehmer Hans Müller (81) ist verzweifelt. Und wütend, sogar sehr wütend. Weil der Backkonzern Müller-Brot, den er aufgebaut hat, „aus Profitgier total heruntergewirtschaftet wurde“. An dem Fabrikgebäude in Neufarn kann er nicht mehr vorbeifahren, erzählt er im tz-Interview. „Ich ärgere mich sonst kaputt!“

„Jetzt gelte ich als Schmuddelbäcker und kann nichts dagegen machen, dass mein Name in den Dreck gezogen wird!“ Vor dem Verkauf 2003 sei Müller-Brot „ein Vorbild in Sachen Sauberkeit“ gewesen. Jeden Tag habe er kontrolliert, dass alles tiptop sauber ist. „Ich als Bäckermeister verstehe etwas davon.“ Ganz anders heute: „Die heutigen Geschäftsführer sind entweder irre oder kriminell, weil sie es so weit haben kommen lassen! Eine Riesen-Sauerei!“

Klaus Ostendorf sei ihm schon als Kaufinteressent nicht sympatisch gewesen, aber wegen des eigenen Alters und der schweren Krankheit des Sohnes habe er trotzdem verkauft. Der Fehler seines Lebens, sagt er: „Ich hätte es mir denken müssen!“ Als Ostendorf den Betrieb besichtigte, habe er gesagt: „Hier laufen zu viele Leute rum, wir streichen 20 Prozent der Stellen.“ Das Ergebnis dieser nur auf Profit ausgerichteten Unternehmenspolitik sehe man jetzt, sagt Müller: „Der Betrieb ist am Ende.“

Susanne Sasse

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