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Klimakleber am Münchner Flughafen: Aktivisten müssen lange in Gewahrsam – sie kommen nicht nur aus Bayern

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Von: Lukas Schierlinger

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Protest am Flughafen
Ein letzter von vier Klimaaktivisten sitzt mit angeklebter Hand auf dem Zubringer einer Start-und Landebahn am Airport Franz-Josef-Strauß. © dpa/Hildebrand

Diesmal wählten Klimakleber den Flughafen München als Ort ihres Protests. Ein Großeinsatz am Donnerstag war die Folge. Ein Flugzeug mit einem Notfallpatienten konnte zunächst nicht landen.

Update, 9. Dezember, 14.33 Uhr: Die Polizei nennt weitere Details zu den Klimaaktivisten am Flughafen München. Bei den vier Personen, denen es gelungen war, sich auf dem Rollweg festzukleben, handelte es sich um vier Männer im Alter von 19 und 60 Jahren. Die drei Frauen, die den südlichen Zaun überwinden wollten, sind zwischen 30 und 42 Jahre alt. Die sieben Personen stammen aus Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein und sind dem Kreis der Klimaaktivisten zuzuordnen.

Klimakleber am Flughafen München: Polizei nennt weitere Details

Der 80-jährigen Fluggast, der um 08:30 Uhr (geplante Landung 09:18 Uhr) beim Anflug auf den Flughafen München über Schmerzen in der Brust geklagt hatte, befindet sich nicht mehr stationärer Behandlung.

Gegen die Aktivisten wird nun wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und zum Teil wegen Nötigung ermittelt. Bei sechs Tatverdächtigen wurde aufgrund bestehender Wiederholungsgefahr gestern die Aufrechterhaltung des polizeilichen Gewahrsams bis 17.12.2022 in einer Justizvollzugsanstalt richterlich angeordnet, bei einem weiteren Tatverdächtigen wird dies noch geprüft.

Update, 8. Dezember, 17.44 Uhr: Wegen des Klimaprotests am Münchner Flughafen konnte am Donnerstagmorgen ein Flugzeug mit einem Notfall-Patienten erst mit rund 20-minütiger Verspätung landen. Nach Informationen der Polizei hatte um 8.30 Uhr eine Maschine im Anflug auf München einen medizinischen Notfall gemeldet. In der Folge sollte der Flieger um 9.18 Uhr auf der nördlichen Landebahn aufsetzen, musste dann aber wegen der dortigen Sperrung auf die Südbahn umgeleitet werden, wo er erst um 9.38 Uhr landen konnte.

„Ein 80-Jähriger Passagier klagte über Schmerzen in der Brust. Nach jetzigem Stand ist er derzeit Gott sei Dank in einem stabilen Zustand“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München.

„Eine schwerere Akut-Erkrankung wie ein Herzinfarkt hatte sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Das war aber nur Glück und als die Maschine noch in der Luft war, noch nicht absehbar“, betonte Herrmann. Gerade bei Notfällen würden oftmals Minuten über Leben oder Tod entscheiden. Der Vorfall verdeutliche, wie kaltschnäuzig und bewusst diese Klimawahnsinnigen mit dem Leben anderer Menschen spielen. Einerseits sich als Weltverbesserer aufspielen und andererseits Leben zu gefährden passt nicht zusammen.“

CSU-Minister schimpft über Klimaaktivisten

Update 8. Dezember, 12.42 Uhr: Nach der Protestaktion von Klimaaktivisten am Münchner Flughafen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eine Überprüfung des dortigen Sicherheitskonzepts. „Ich erwarte mir, dass umgehend geprüft wird, ob gegebenenfalls die Sicherheitskonzepte am Münchner Flughafen angepasst werden müssen“, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in München. „Es ist absolut unverantwortlich, durch Blockadeaktionen in den Flugverkehr einzugreifen“, betonte Herrmann.

Es sei eine unverfrorene Rücksichtslosigkeit, nicht nur laufend gegen Gesetze zu verstoßen, sondern mit irrsinnigen Aktionen auch eine Vielzahl anderer Menschen potentiell zu gefährden. Als Beispiel nannte er Flugzeuge, die trotz Notfällen nicht regulär landen könnten. „Diese Aktivisten sind offenbar so verbohrt, dass es ihnen egal ist, wenn andere Menschen zu Schaden kommen.“

Herrmann lobte, dass es der Polizei gelungen sei, weitere „Klimachaoten“ von der Südbahn fernzuhalten. „Drei Personen wurden dort vorläufig festgenommen. Diese werden zusammen mit den Klimaklebern auf der Nordbahn zunächst in Gewahrsam genommen“, sagte er. Bei den Nordbahn-Klebern stünde der Verdacht eines „Gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr“ sowie weiterer Straftaten im Raum. „Der Strafrahmen liegt hier bei bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Der Flugverkehr auf der Nordbahn war für rund 45 Minuten gesperrt.“

Update 8. Dezember, 10.52 Uhr: Inzwischen läuft der Luftverkehr am Münchner Flughafen wieder reibungslos; zu Annullierungen ist es offenbar nicht gekommen – vereinzelt jedoch zu geringfügigen Verspätungen.

Flughafen München: Luftverkehr wegen Protest-Aktion zeitweise gestört

Update 8. Dezember, 10.17 Uhr: Laut Airport hätten die Aktivisten auch versucht, an der Südseite des Flughafens auf das Gelände zu kommen, sie seien gegen 8.40 Uhr aber von Einsatzkräften daran gehindert worden. „Die Polizei hat die Versammlung aufgelöst“, twitterte die Polizei Oberbayern Nord soeben, „die Aktivisten werden im Moment von der Polizei gelöst und in Gewahrsam genommen“. Die „Letzte Generation“ teilte auf ihren Kanälen ein Video vom Flughafen, in dem Aktivist Malte zu Wort kommt: „Die Regierung hat die Krise nicht im Griff und alle anderen Methoden sind leider ausgeschöpft.“

Update 8. Dezember, 10.03 Uhr: Wegen des Klimaprotests ist nach Angaben des Münchner Flughafens eine der beiden Start- und Landebahnen des Airports gesperrt worden. Laut eines Sprechers haben sich Aktivisten am Rollfeld im Norden des Flughafens festgeklebt. Mit Beeinträchtigungen im Luftverkehr sei zu rechnen. In München hatten Mitglieder der „Letzten Generation“ zuletzt immer wieder für Aufsehen gesorgt. Nicht alle zeigten Verständnis, vonseiten eines Autofahrers kam es gar zu einer körperlichen Attacke.

Klima-Protest am Flughafen München: Großeinsatz der Polizei

Ursprungsmeldung, 8. Dezember, 9.52 Uhr: München - Zahlreiche Polizisten sind am Donnerstagmorgen (8. Dezember) zu einem größeren Einsatz am Münchner Flughafen ausgerückt. Details konnte ein Sprecher der Polizei zunächst nicht nennen. Augenzeugen berichteten, dass mehrere Menschen eine Rollbahn blockierten. Offenbar hatten die Aktivisten einen Zaun zerstört und waren so auf das Gelände geraten.

Inwiefern der Flugverkehr durch den Einsatz beeinträchtigt wurde, blieb zunächst unklar. Weitere Infos zur Protest-Aktion folgen im Laufe des Vormittags. Auf dem Hauptstadtflughafen BER hatten sich Aktivisten ebenfalls am Donnerstagvormittag Zugang zu einem Rollfeld verschafft.

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