Die Ärzte spielen Inkognito-Konzert

Die Ärzte treten in Bruck auf. Allerdings unter dem Namen „Laternen-Joe“. Foto: archiv

Fürstenfeldbruck - Sie nennen sich „Laternen-Joe“ und treten am 19. April im Veranstaltungsforum Fürstenfeld auf. Insider wissen: Hinter dem Pseudonym versteckt sich die bekannte Punkband „Die Ärzte“.

Norbert Leinweber, Chef des Veranstaltungsforums, gibt sich bedeckt: „Möglicherweise ist es so“, sagt er. Kein Dementi ist auch eine Antwort, oder? Leinweber räumt ein: „Im Grunde ist es ein offenes Geheimnis.“

Tatsächlich erinnert die geheimnisvoll vage gehaltene Band-Vita von Laternen-Joe auf deren Homepage verdächtig an den Werdegang der Ärzte. Und die Fanseite von Farin Urlaub, Bela B. und Rod wiederum wirbt kräftig für die Tour der angeblich so erfolgreichen Band „Laternen-Joe“. Spätestens damit ist klar: Dass sich die Ärzte hinter „Laternen-Joe“ verbergen, ist keine Latrinen-Parole.

Wer jetzt glaubt, „Männer sind Schweine“ oder „Claudia hat nen Schäferhund“ live in Bruck hören zu können, hat trotzdem Pech: Das Konzert ist bereits ausverkauft.

Die Tickets konnten nur online unter äußerst strengen Auflagen bestellt werden. Unter anderem kamen nur Fans zum Zug, die in der Region wohnen. Als am Morgen des 28. März der Kampf um die Karten eröffnet wurde, dauerte es keine halbe Stunde, bis alle Tickets weg waren. „Die Halle wird komplett unbestuhlt sein“, sagt Leinweber. „Es gibt Platz für etwa 1500 Gäste.“

Doch wie kamen die Ärzte, die aus Berlin stammen, auf Bruck? Eine Münchner Agentur sei vor einiger Zeit an Fürstenfeld herangetreten, nachdem es sich verschiedenste Örtlichkeiten in der Umgebung angeschaut habe, erzählt Leinweber. „Entschieden haben sie sich für uns.“ Auch die anderen sieben Konzerte von Laternen-Joe finden in kleineren Städten statt, erklärt Leinweber. „Normalerweise spielen sie vor zehntausend Menschen. Doch so können sie im intimeren Kreis vor dem Fan spielen.“

Im Programmheft des Veranstaltungsforums findet man keinen Hinweis auf das Geheimkonzert. „Es war der Wunsch der Band, keine Werbung zu machen, keine Plakate aufzuhängen.“

Dass erfolgreiche Bands unter Pseudonymen auf Geheim-Tournee gehen, ist übrigens keine Seltenheit. Die Toten Hosen traten einst in kleineren Klubs als „Rote Rosen“ auf und selbst die Ärzte spielten schon als „Nackt Unter Kannibalen“ (2003) beziehungsweise als die „Zu Späten“ (2001). Damals sogar mit den Toten Hosen als Vorband - die nannten sich da bloß „Essen auf Rädern“.

Auch, wenn man im Veranstaltungforum bisher nur wenig Erfahrung mit Rock- und Popkonzerten hat, freut sich Leinweber auf die prominenten Gäste: „Es wird mit Sicherheit ein außergewöhnliches Event.“

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