Student (28) stürzt in Mexiko ab

Dieser Dachauer stirbt in 300-Meter-Schlucht

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Für Janosch S. wurden die mexikanischen Berge zum tödlichen Verhängnis.

München - Nach dem Urlaub wollte er über seine berufliche Zukunft entscheiden. Jetzt ist Janosch S. tot. Der 28-jährige Doktorand aus Dachau ist beim Bergsteigen in Mexiko in eine Schlucht gestürzt und dabei verunglückt.

Er kam an einem steilen Hang in Potrero Chico, einer bei Alpinisten beliebten Region nahe der Stadt Hidalgo im nord-mexikanischen Bundesstaat Nuevo León, ums Leben. Der Unfall hatte sich bereits am Freitag ereignet, wie die Zeitung Excelsior am Wochenende berichtete. Die Leiche habe aber wegen des schlechten Wetters erst am Samstag geborgen werden können.

Janosch S. wurde auf seiner Tour von einem Franzosen und einem Peruaner begleitet, beide blieben unverletzt. In einem mexikanischen Internetbericht heißt es, der Dachauer war bereits mehrere Stunden unterwegs, als er plötzlich Probleme mit seinem Klettergurt hatte. Wenige Augenblicke später versagte das Material und Janosch S. stürzte in den Tod. Laut der Zeitung La Jornada fiel der 28-Jährige in die über 300 Meter tiefe Schlucht Pico del Tordo. Seine beiden Begleiter stiegen sofort zum Verunglückten hinab, um erste Hilfe zu leisten. Doch da war der Mann bereits tot, er hatte nicht den Hauch einer Chance.

Den genauen Unfallhergang wollen die Ermittler und Spurensicherer noch feststellen. Der Bereich in dem sich die Tragödie ereignet, wurde von Kräften des Katastrophenschutzes weiträumig abgesperrt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin teilte mit, die Botschaft stehe mit zuständigen Behörden und der Familie von Janosch S. in Kontakt.

Uni entscheidet über mögliche Gedenkveranstaltung

Erst kürzlich hatte der 28-Jährige an der Universität Konstanz seine Promotion in Ökologie abgeschlossen, nach seinem mehrmonatigen Mexiko-Trip wollte er entscheiden, welchen beruflichen Weg er einschlagen möchte. Doch so weit sollte es nicht kommen. Auch die Hochschule steht unter Schock und will in den kommenden Tagen über eine mögliche Gedenkveranstaltung entscheiden. Wichtig sei es, auf die Wünsche der Angehörigen Rücksicht zu nehmen, sagte eine Uni-Sprecherin.

Die Region Potrero Chico ist ein beliebter Touristenmagnet in Nuevo León – auch wegen der steilen Hänge, die sich ideal für Sportarten wie Canyoning und Abseilen eignen.

Die Tragödie ereignete sich nur einen Tag, nachdem im zentralmexikanischen Bundesstaat Morelos bereits ein junger Bergsteiger ums Leben kam. Nach Meinung von Experten, sollten diese Aktivitäten in den Bergregionen Mexikos in der Regenzeit vermieden werden. Die Wassermassen können Steilhänge ausspülen und so Felsbrocken lösen, die zu Geschossen werden.

Janosch S. wollte zu Beginn des neuen Jahres drei Monate neue Kraft tanken. Doch das Schicksal hat ihn auf tragische Weise aus dem Leben gerissen.

Johannes Heininger

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