Schlimmer Verdacht

Ist dieser Ex-Pfadfinder-Leiter ein Kinderschänder?

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Der Angeklagte verbarg sich am Montag vor Gericht hinter einem Aktenordner.

München/Kirchheim - Die Liste ist mehrere Seiten lang und liest sich wie eine Akte des Ekels: Hat Tobias G., früherer Jugendleiter einer Pfadfindergruppe, mehrfach kleine Buben missbraucht?

Seit Montag steht der mutmaßliche Kinderschänder vor dem Landgericht München II. Tobias G. war in den Jahren 2006 und 2007 Jugendleiter bei den Pfadfindern in Kirchheim (Landkreis München) und unterhielt vor allem zu Familie B. eine enge Freundschaft. Deren 2001 geborener Sohn übernachtete mehrfach bei dem Angeklagten. Ihn soll der Jugendleiter mindestens zehn Mal missbraucht haben. Erschwerend hinzu kommen weitere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. G. soll laut Anklage von den Missbrauchsfällen Videos angefertigt und sie im Internet veröffentlicht haben. Bei einer Hausdurchsuchung wurden auf der Festplatte seines Rechners tausende Kinderpornos gefunden. Es ist von über 70 Stunden Videomaterial die Rede.

Ein besonders schlimmer Fall: Auch an einem damals erst drei Jahre alten Buben soll sich Tobias G. vergangen haben. Oft gab sich der mutmaßliche Kinderschänder auch als Babysitter aus, soll meist an seinen wehrlosen Opfern manipuliert haben, wenn sie schliefen. In einigen Fällen soll Tobias G. die Buben sogar betäubt haben. Wie der Fall ans Licht kam, wollen die Prozessbeteiligten nicht verraten.

Die Verhandlung gegen Tobias G. hat am Montag begonnen. Kurz nach Prozess­auftakt entschied die Strafkammer, dass das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Was Tobias G. zu den schlimmen Vorwürfen sagen wird, bleibt also zumindest vorerst hinter verschlossenen Türen.

Johannes Heininger

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