Wer ist der unbekannte Helfer?

Dieser Mann sucht seinen Lebensretter

Ebersberg - Als das Herz von Ernst S. verrückt spielte, zögerte ein Mann nicht lange und fuhr ihn ins Krankenhaus. Wer der Mann war, weiß Ernst S. nicht. Nun hofft der 73-Jährige, den unbekannte Retter über die Zeitung zu finden.

Die Redewendung „aus heiterem Himmel vom Blitz getroffen“ wurde für Ernst S. aus Ebersberg zur schmerzhaften Realität. Denn als der 73-Jährige in der Mittagszeit des 19. Juni entspannt im Schatten der Bäume an der Mariensäule saß, wurden ihm völlig unerwartet Elektroschocks versetzt. „Zuerst wusste ich gar nicht, was geschehen war. Als ich von weiteren Blitzen getroffen wurde, habe ich erkannt, dass mir mein Defibrilator immer wieder solche Elektroschocks verpasste“, schildert Ernst S.

Seit Februar hat er nach mehreren Herzinfarkten den Defibrillator implantiert. Falls S. ohnmächtig wird, sollen die Elektroschocks den plötzlichen Herztod verhindern. Im Juni aber war der 73-Jährige nicht ohnmächtig, er erlebte die Schocks bei vollem Bewusstsein. S. hatte Angst: „Ich wusste ja nicht, was los ist. Das war eine völlig neue Situation für mich.“ Dennoch reagierte Ernst S. richtig. Der Geschockte schilderte einem am Marienplatz einparkenden Autofahrer seine Lage. Dieser überlegte nicht lange und fuhr Ernst S. in die Kreisklinik Ebersberg.

Während der kurzen Fahrt ins Krankenhaus wurden dem 73-Jährigen durch den Defibrilator weitere Schocks verpasst, insgesamt seien es acht gewesen. In der Klinik ging dann alles ganz schnell. So schnell, dass S. keine Gelegenheit hatte, den Namen seines Retters zu erfragen geschweige denn ihm seinen eigenen Namen zu nennen. „Ich war innerhalb von Sekunden in der Notaufnahme“, erinnert sich S., der nun in der Ebersberger Zeitung nach seinem Retter sucht:

„Ich möchte ihn natürlich gerne persönlich kennen lernen, um mich bei ihm richtig zu bedanken.“ Er habe zwei dringende persönliche Fragen mit dem Unbekannten zu klären, so der 73-Jährige weiter. S. würde sich über einen Anruf seines Retters unter der Telefonnummer (0 80 92) 851 55 71 sehr freuen. Er selbst sei so neben der Spur gewesen, dass er sicht nicht einmal an das Auto des Helfers erinnern könne. „Für mich ist dieser Mann ein Held des Alltags“, sagt der Gerettete.

Seinen Defibrilator will S. trotz des Zwischenfalls nicht loswerden: „Durch ihn bin ich in ständiger Begleitung eines potenziellen Lebensretters. Er hat auch in diesem Fall korrekt gearbeitet.“ Denn in der Tat habe er Vorhof- und Kammerflimmern gehabt, ohne aber selbst etwas davon zu merken. Nach der stationären Behandlung in der Kreisklinik Ebersberg wurde S. im Deutschen Herzzentrum München operiert. „In drei Monaten weiß ich, ob die OP mir wirklich geholfen hat“, sagt der 73-Jährige. „Ich habe dem Herrgott aber schon mehrfach gedankt“, so S. - Das will er nun auch bei seinem Retter tun.

Johannes Markmann

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