Closing-Party

Einst war die Warteschlange hunderte Meter lang: Am Samstag öffnet die Disco zum letzten Mal

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Dieses Foto von der „Turm Club Christmas Party 2017“ wurde auf der Facebook-Seite der Disco gepostet.

Die Diskothek Turm in Wolfratshausen veranstaltet am 8. September ihre letzte Party. Der Club, der in der Vergangenheit als Partyhochburg weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt war, schließt.

Wolfratshausen – Laute Bässe und kühle Drinks auf zwei Areas: Der Wolfratshauser Turm sollte eine neue Hochburg für Nachtschwärmer werden. Aus dem Plan ist nichts geworden. Fast fünf Jahre nach der Wiedereröffnung wird die Musik in dem Nachtclub verstummen.

„Ja, ihr habt richtig gelesen, nun ist es soweit. Der Turm Wolfratshausen schließt seine Pforten“, ist im sozialen Netzwerk Facebook zu lesen. Ein Grund für das Ende der Disco wird dort nicht genannt. Stattdessen kündigt die Fan-Seite eine „Turm-Closing-Party“ an. Mit der großen Abschiedsparty am Samstag, 8. September, wolle man sich „für den Support und die Treue der letzten knapp fünf Jahre bedanken“, steht auf der Facebook-Seite des „größten und besten Clubs im Oberland“.

Ausgefeiert: Im Club Turm in Wolfratshausen steigt im September die letzte Party.

Die Disco hatte im Oktober 2013 wiedereröffnet. Der Startschuss weckte große Hoffnungen. Besucher erinnern sich an eine hunderte Meter lange Warteschlange im Gewerbegebiet. Zur Eröffnungsparty war der Club so voll wie später nur noch sehr selten.

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Zwar gab es bei Partys an Heiligabend oder einzelnen Motto-Veranstaltungen regelmäßig einen großen Ansturm auf die Feierhochburg in der Loisachstadt. Gerade in den vergangenen Monaten ebbte die Welle an Partygästen aber enorm ab. An vielen Abenden war die Tanzfläche leer. Die früheren Öffnungszeiten wurden daraufhin abgespeckt: Statt von Mittwoch bis Sonntag gab es nur noch an Freitagen und Samstagen Barbetrieb. Eine Pizza-Bäckerei, die die hungrigen Feiernden versorgen sollte, blieb nach kurzer Zeit ebenfalls kalt. In den vergangenen Wochen wurden die Mottopartys, die in den Vorjahren besonders beliebt bei den Gästen waren, wiederbelebt. Doch die Veranstaltung von Black-Music-Nächten, Mädels-Abenden und 90er-Partys konnten das Ende des Turms offenbar nicht aufhalten.

Der Pächter der Diskothek, Joannis Tsokgas, äußerte sich trotz mehrerer Anfragen gegenüber unserer Zeitung nicht zur Schließung. Einen vereinbarten Ortstermin am Hans-Urmiller-Ring ließ er verstreichen. Wie es mit dem Nachtclub weitergeht, ist unbekannt.

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Der Turm hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im Jahr 2012 wurde die damals als marode geltende Immobilie zwangsversteigert. Korbinian Haberlander aus München kaufte den Gebäudekomplex für 1,74 Millionen Euro. Zuvor war der Turm sieben Jahre leergestanden, nachdem er lange als Partyhochburg gegolten hatte und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gewesen war. Sepp Schwarzenbach führte die Disco von 1995 bis 2004. Club und Betreiber machten sich in dieser Zeit einen Namen. 2002 beispielsweise gewann Schwarzenbach den „Diskotheken-Oscar“. An diesen Erfolg konnte der Turm bis dato nicht anknüpfen. Dominik Stallein

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