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Bauausschuss diskutiert über Wintergarten 

Disput um Spielarena: „Das ist ein Schandfleck“

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Die Spielarena bietet innen viel Spaß für Kinder, aber außen keinen schönen Anblick. Über einen Abriss wird erst nach der Kommunalwahl entschieden. P ächter Josef Niedermayer darf jetzt einen Wintergarten bauen. 

Der große Abriss ist an der Spielarena vorbeigegangen. Einsam steht die Halle neben einer Brache. Dort soll ein Nobelhotel mit Medizinzentrum entstehen. Unterdessen plant der Arena-Betreiber einen Wintergarten – und löst eine Debatte aus.

Bad WiesseeEs geht um die Überdachung einer Terrasse. 32 Quadratmeter Wintergarten will Josef Niedermayer schaffen. Als Rückzugsort für Eltern, weil es im Wiesseer Kinderparadies Spiel-Arena bisweilen ziemlich laut wird. Es dürfte sich um keine große Investition handeln. Niedermayer wolle Abbruchmasse für den Wintergarten verwenden, erklärte Bauamtsleiter Helmut Köckeis im Bauausschuss. Der sollte über den Anbau entscheiden.

Doch so klein die Maßnahme auch ist: Formal wirft sie Probleme auf. Denn die Spielarena, einst Tennishalle der Gemeinde, ist dem Bebauungsplan zufolge gar nicht mehr existent. Wie berichtet, war der Abriss bereits gesetzt. Das wenig ansehnliche Gebäude passt nicht zu der edlen Hotelanlage mit Medizinzentrum, die daneben entstehen soll. Aktuell ist die Zukunft der Arena offen. Sie gehört der gemeindlichen Jodbadgesellschaft, der Pachtvertrag mit Niedermayer läuft bis 2021. Nach heftigen Debatten war der Gemeinderat vor Längerem überein gekommen, die Entscheidung über die Fortsetzung des Vertrags dem nachfolgenden Gremium zu überlassen. 2020 ist Kommunalwahl.

Die fehlende Darstellung des Gebäudes im Bebauungsplan scheint für das Landratsamt als Genehmigungsbehörde kein Problem zu sein. Die Behörde habe ihr Okay signalisiert, berichtete Köckeis. Die Genehmigung für den Wintergarten könne bis 2021 befristet werden. Niedermayer sei mit dieser Regelung einverstanden. Kurt Sareiter (CSU) plädierte unter diesen Vorzeichen für Zustimmung: „Da gibt’s ja für uns kein Risiko.“ SPD-Gemeinderätin Klaudia Martini sah dies anders. Ihre Befürchtung: Sollte die Gemeinde den Vertrag doch vorzeitig auflösen und mit dem Pächter über eine Ablöse verhandeln, könnte ihr der Anbau in Rechnung gestellt werden. „Dann ist der Wintergarten plötzlich 30 000 Euro wert.“ Beim Standort der Arena handle es sich um ein sehr teures Grundstück, erinnerte Martini. Dessen Zustand ist ihr ein Dorn im Auge. „Das ist ein Schandfleck.“ Niedermayer kümmere sich um sein Pachtgelände überhaupt nicht. „Außenrum wird nichts gemacht. Das ist ein Verhau.“ Der werde noch viel mehr stören, wenn erst das geplante Hotel stehe. Niedermayer habe alle Angebote der Gemeinde abgelehnt, ihn zu unterstützen. „Wir würden ihm die Halle ja schenken, dann kann er sie woanders aufbauen.“ Tatsächlich gehe es immer nur ums Geld, urteilte Martini. „Und mit Kindern lässt sich wunderbar emotionalisieren.“

Vorwürfe, die Florian Sareiter (CSU) nicht stehen lassen wollte. Die Spielarena haben einen „irrsinnigen Freizeitwert“, erklärte der Vater von zwei Kindern. Die Einrichtung solle auch nach 2021 erhalten bleiben. Im Moment sehe es um die Halle herum zwar „ein bisschen nach Verhau“ aus, doch sehe er auch die Gemeinde in der Pflicht. Die sollte sich an einem neuen Anstrich beteiligen. Allerdings stelle sich die Frage, ob der Zeitpunkt jetzt günstig sei: „Mit all den Baustellen.“

Letztlich stimmte nur Martini gegen den Anbau. Über die hitzige Debatte dazu schüttelte Georg Erlacher (CSU) den Kopf. Es handle sich um eine kleine Maßnahme. Und Niedermayer führe den Betrieb gut, wie er als Vater bei Ausflügen mit dem Nachwuchs erlebt habe: „Es macht Spaß, dahin zu gehen.“

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