Neue Erkenntnisse nach der Festnahme

Doppelmord in Höfen: Robert P. ging nur maskiert auf die Straße

Nachdem im Mordfall Höfen alle vier Verdächtigen festgenommen wurden, kommen immer weitere Details ans Licht. Nicht nur, wie Robert P. die letzten Wochen auf der Flucht verbrachte - sondern auch, welche Fehler das Quartett machte...

Königsdorf - Zwei Polizisten der Spezialeinheit führen einen Mann zu ihrem Hauptquartier in Stettin (Polen). Es handelt sich um Michal N. (23). Gleich dahinter schlurft dessen Onkel Robert P. (43) den selben Weg entlang. Die Beine gefesselt. Ein dritter fehlt: Jakub G. (33) - doch auch er wird diesen Weg gehen, als weiterer Mordverdächtiger im Fall Königsdorf-Höfen. In dem Weiler waren in der Nacht zum 23. Februar eine Frau (76) aus dem Raum Frankfurt am Main und ein Mann (81) aus Nordrhein-Westfalen ermordet worden. Beide waren Bekannte der 76 Jahre alten Hausbesitzerin Luise S., die schwer verletzt überlebt hat.

Doch endlich haben sie alle vier Tatverdächtigen - inklusive der Schwester (49) des mutmaßlichen Haupttäters Robert P., die als erste in U-Haft kam. Doch wie kamen ihnen die Ermittler des Soko Höfen der Familienbande, der ein Doppelmord sowie versuchter Mord zur Last gelegt wird, auf die Spur? Eine Rolle spielten eine Reihe von Fehlern…

Fehler eins: Die Schwester (49) von Robert P. Sie war als Pflegekraft beim späteren Opfer Luise S. (76), der einzigen Überlebenden, engagiert. Im Ort erzählten sich schon früh die Leute, dass es wegen der Frau, die sich um den inzwischen verstorbenen Ehemann von Luise S. gekümmert hatte, Probleme gab. Sie gilt als Informantin der Gewaltverbrecher.

Fehler zwei: die DNA, die im Freien gefunden wurde. Sie dürfte von Robert P. stammen, der einschlägig vorbestraft ist.

Fehler drei, das Mobiltelefon: Nach Informationen der tz wurde das Handy von Luise S. mitgenommen. Somit gelang es wohl, den Fluchtweg zu verfolgen, sofern das Telefon eingeloggt war oder GPS-Daten lieferte. Dieser Weg führte mindestens bis zur Rastanlage Höhenrain an der A95.

Denn dort wurde - Fehler vier - der später mordverdächtige Komplize Jakub G. von der Überwachungskamera fotografiert. Weshalb er in der Blutnacht etwas einkaufen musste, keine 30 Kilometer vom Tatort entfernt, bleibt sein Geheimnis.

Als letzter des Quartetts wurde am Freitag Robert P. gefasst. Er wusste nur zu gut von der Fahndung und hielt sich deswegen in Stettin in der Nähe eines Waldes versteckt, in den er aus seinem Unterschlupf schnell flüchten konnte. Öfters hatte er die Behausungen gewechselt, ließ sich die Haare wachsen, einen Bart stehen, ging meist nur nachts auf die Straße. Doch wenn er tagsüber raus musste, dann maskiert als Radfahrer: mit Helm und Brille. Nun steht für ihn wie für die anderen die Auslieferung an

Rubriklistenbild: © dpa

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