Doppelmord von Krailling: Blitzscheidung!

Krailling - Fast sieben Wochen nach dem Doppelmord von Krailling hat die Ehefrau des mutmaßlichen Täters Thomas S. (50) die Scheidung beim Amtsgericht Weilheim eingereicht. Ihr Anwalt erklärt, warum.

Die Tante der getöteten Schwestern Chiara (8) und Sharon (11) will sich mit diesem Schritt von „dem Geschehen in vollem Umfang distanzieren“ und beantragte die sofortige Scheidung.

Kindermord in Krailling: Tiefe Trauer am Tatort

Kindermord in Krailling: Tiefe Trauer am Tatort

„Das Verhalten des Antragsgegners ist derart unvorstellbar unmenschlich, dass es meiner Mandantin nicht zumutbar ist, nur einen Tag länger als notwendig mit ihm verheiratet zu sein“, begründet ihr Anwalt Manfred Wölke den Schritt in seinem Antrag. Und weiter: „Die Ehe stellt für meine Mandantin eine unzumutbare Härte dar.“

Lesen Sie auch:

Kraillinger Doppelmord: Anklage in drei Monaten

Kindermord in Krailling: Kein sexueller Hintergrund

Das sagt ein Bekannter der Mutter

Schreckensfund: Chiara (8) und Sharon (11) ermordet

Der Antrag zur Blitzscheidung dürfte für Thomas S. ein schwerer Schlag sein – jetzt glaubt wohl nicht einmal seine Frau an seine Unschuld! Noch vor wenigen Tagen hatte er seinen Anwalt Karl Peter Lachniet gebeten, Kontakt mit seiner Frau und seinen vier Kindern aufzunehmen. Er wollte unbedingt, dass seine Familie ihn in Stadelheim besucht. „Seine Ehefrau war allerdings unter der bekannten Handynummer nicht mehr zu erreichen“, sagt Anwalt Lachniet.

Die Mordermittler und die Staatsanwaltschaft glauben schon längst nicht mehr an die Unschuld von Chiaras und Sharons Onkel. Zu viele Indizien deuten auf ihn als mutmaßlichen Täter. Auf den Tatwerkzeugen, einem Küchenmesser, einer Hantelstange, einem Springseil, wurden DNA-Spuren des Onkels gesichert. Zudem fanden sich wohl auch seine Hautschuppen unter den Fingernägeln eines der Mädchen.

Schon bald will die Staatsanwaltschaft München II Anklage erheben. „Wir müssen zwar noch das Ergebnis des psychiatrischen Gutachtens abwarten“, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Titz. „Wir gehen aber schon davon aus, dass wir im August Anklage erheben können.“ Der Prozess vor dem Landgericht könnte dann schon im November beginnen. Die Staatsanwaltschaft will den Onkel der beiden Mädchen wegen zweifachen Mordes aus Heimtücke vor Gericht bringen. Titz hält es für möglich, dass sich der Beschuldigte zu Beginn des Prozesses zur Tat äußert.

Nach wie vor schweigt aber Thomas S. zu dem ungeheuren Verdacht. Seine Frau, sie ist die Schwester von Chiara und Sharons Mutter, will mit ihm jetzt nichts mehr zu tun haben, will keinen Tag länger mit dem mutmaßlichen Mörder ihrer Nichten verheiratet sein.

JAM

Auch interessant

Meistgelesen

Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Romantische Neujahrsnacht wird zum Albtraum: Horror in Freisinger Hotelzimmer  
Romantische Neujahrsnacht wird zum Albtraum: Horror in Freisinger Hotelzimmer  

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion