Wie er und die Tochter die Opfer beseitigen wollten

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Täter Christoph W. und Tochter Cornelia R. (kl. Bilder rechts)  vergruben die Leichen im Garten.

Notzing - Der Doppelmord von Notzing – jetzt kommen immer mehr grausame Details ans Licht! Die tz dokumentiert Christoph W.’s Wahnsinnstat, die sich über mehrere Tage hingezogen hat und viel zu lange unbemerkt blieb.

Vor rund zwei Wochen brach für den späteren Killer eine Welt zusammen. Seine Freundin Cornelia R. (17) machte nach mehr als einem Jahr Schluss − auf Geheiß von ihrer Mutter Heidi R. († 54), die ihren vier Jahre älteren Freund nie akzeptierte. „Was willst denn mit dem?“, schimpfte sie immer wieder. Cornelia gab schließlich nach. Der Beginn dieser unfassbaren Tragödie.

Seither schmiedete Christoph W. Pläne , wie er seine große Liebe zurückbekommen kann.

Mittwoch: Er sah keinen anderen Ausweg mehr und fing an, die teuflische Tat zu planen.

Donnerstag: Christoph ging nicht mehr in die Arbeit, gaukelte seinem Chef eine Krankheit vor. Dann erfuhr Christoph, dass Cornelias Eltern Freitagfrüh beide außer Haus sein würden. Für ihn die perfekte Gelegenheit.

Freitagmorgen: Gegen 7.30 Uhr kam der Irre in Notzing an, brach in das Haus ein und schnappte sich ein Küchenmesser. Als Franz R. († 60) kurze Zeit später zuhause eintraf, attackierte der Killer den Rentner sofort im Wohnzimmer, tötete ihn mit fünf Messerstichen in den Oberkörper.

Christoph W. hatte dann ­etwa zwei Stunden Zeit, die Leiche in den Keller zu schaffen. Heidi R. arbeitete da noch im Bürgerhaus. Sie war es, gegen die sich der unendliche Hass des Mörders eigentlich richtete. Ralph Reiter, Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut: „Bei dem Mord an der Frau kann man von einem sogenannten Overkill, einem Übertöten, sprechen.“

Doppelmord: Die Bilder vom Tatort

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Tatsächlich metzelte der Azubi sein Opfer ab, unmittelbar nachdem sie die Türschwelle übertreten hatte. Unglaublich: Er rannte in der Diele des Hauses mit einem Messer auf sie los, stach rund 30 Mal in den Hals und Oberkörper der Frau. Die Obduktion ergab, dass Heidi R. auch mit einem Beil und einer Stange hingerichtet wurde. Auch ihre Leiche schleppte der Freisinger in den Keller.

Nach tz-Informationen bekam Cornelia von dem Gemetzel nichts mit, sie kam erst am Nachmittag von der Schule heim.

Freitagabend: Beinahe regungslos nahm Christoph seine Ex in Empfang, wollte mit ihr noch einmal über alles reden. Erst im Lauf des Gesprächs verstand Cornelia, was zuvor passiert war. Sie soll traurig gewesen sein, aber Christoph sofort bei der Beseitigung der Spuren geholfen haben. Wurde sie eingeschüchtert, dass sie mitmachen musste? Die Ermittler rätseln. Jedenfalls ist das, was beide von Freitagabend an unternahmen, um den Mord zu vertuschen, schier unmenschlich!

Sie schleppten die Leiche von Franz R. in den Kofferraum des Familienautos und fuhren damit ins rund 20 Kilometer entfernte Lengdorf. Dort baute sich Christoph schon seit Monaten ein Haus. Im Keller des Rohbaus schütteten sie Benzin über den Körper und zündeten ihn an. Doch der Plan scheiterte − von der Leiche blieb immer noch zu viel übrig. Also packten sie den toten Franz wieder ein und brausten zum Notzinger Weiher, um ihn zu vergraben. Dort kamen sie wegen der vielen Wurzeln aber nicht tief genug in den Boden.

Samstagmorgen: Der Weg führt sie zurück zum Mordhaus. Hier gruben Christoph und Cornelia in den frühen Morgenstunden etwa Spaten-tief die Löcher für beide Leichen. Zunächst zogen sie Franz und Heidi nackt aus und wickelten sie mit alten Vorhängen ein.

Samstagvormittag: Und sie glaubten offenbar allen Ernstes, damit durchzukommen! Am Samstag ließen sie das Auto verschwinden, brachten eine Tasche mit ­Messer, Beil und Stange nach Freising in die Wohnung, wo Christoph mit seiner Mutter lebte. Auch die Bekleidung der Mordopfer deponierten sie hier. Anschließend ging es mit ausreichend Putzmittel zurück nach Notzing. Staatsanwalt Reiter: „Sie müssen Stunden gebraucht haben, um die Blutspritzer zu beseitigen. Aber an der Wand waren sie machtlos. Da hätten sie drübermalen müssen.“

Samstagmittag: Diese Spuren waren es, die Cornelias Bruder Andreas R. am Sonntagabend misstrauisch werden ließen. Er alarmierte die Polizei. Kurz darauf stellt sich Christoph W.

Sebastian Arbinger, Eberhard Unfried, Hans Moritz

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