Doppelter Freispruch im Riemensperger-Prozess

Max Riemensperger Für den Gastronom geht ein Albtraum zu Ende.

Freising - Das Urteil fiel um 20 Uhr: Freispruch für Max Riemensperger, Freispruch für Stefan D., den Mitangeklagten. Der Richter sah bei keinem der Angeklagten ein Motiv für die Brandlegung in der Plattlinger Disco MGM.

Es war ein ganz klarer Freispruch für Max Riemensperger: Kein Motiv, keine belastenden Umstände jedweder Art - so fasste Richter Heinrich Brusch zusammen. Etwas schwerer tat man sich beim Mitangeklagten: Es sei seltsam, dass D. dem Gericht ein so wenig stichhaltiges Alibi aufgetischt habe. Doch auch hier: Kein Motiv in Sicht.

Staatsanwalt Johann Duschl hatte zuvor in seinem Plädoyer die Vorwürfe der Anklage als vollständig erwiesen angesehen. Er sei überzeugt, dass Stefan D. (41) den Brand im Auftrag von Max Riemensperger (47) gelegt habe. Für Stefan D. forderte er dafür fünf Jahre Haft, für Max Riemensperger sechs Jahre und sechs Monate.

Allein gute Vermögensverhältnisse, wie sie bei Riemensperger vorzufinden seien, würden niemanden daran hindern, noch mehr Geld zu wollen, argumentierte Duschl. Auch die Reaktion Riemenspergers auf die Nachricht, dass man Stefan D. als mutmaßlichen Täter verhaftet habe, sei ein Schuldhinweis des Gastronoms. Der hatte damals in der Zelle geflucht.

Bei Stefan D., argumentierte Duschl, könnten all die Indizien nicht nur Zufälle sein: Die Übereinstimmungen der Silhouette des Kanistermannes auf dem Tankstellen-Video, das Einloggen seiner Telefone zur Tatzeit in einen Plattlinger Funkmasten, ein Bunsenbrenner mit seinen DNA-Spuren. Vor allem: Das Alibi - D. gab an, zur Tatzeit in München bei seinem Chef gewesen zu sein - sei unglaubhaft. Dabei hatte man auf Antrag von Verteidiger Jörg Meyer extra noch einen Zeugen aus München geladen, der das Alibi bestätigen sollte. Der junge Mann verstrickte sich jedoch in Widersprüche und zog sich den Unmut von Verteidigern, Richtern und Staatsanwalt zu.

Von Beweisen für den Aufenthalt von D. in München sprach dagegen Verteidiger Meyer in seinem Plädoyer und verwies auf Fotos im Handy seines Mandanten. Feste Uhrzeiten bewiesen auch, das D. zur Tatzeit nicht in Plattling sein konnte. Und den Bunsenbrenner habe D. früher schon benutzt. Meyers Fazit: Vermutungen könnten nicht zu einer Verurteilung führen. „Wenn der geringste Zweifel besteht, muss hier ein Freispruch erfolgen“.

Desgleichen Max Riemenspergers Anwalt: „Ich fordere hier Freispruch und zwar nicht mangels Tatnachweis, sondern aus tatsächlichen Gründen“, schloss Sewarion Kirkitadse sein Plädoyer. Die Frage nach dem Motiv sei entscheidend für eine Verurteilung. Und Geldnot falle hier weg. Riemensperger habe einen einwandfreien Leumund, die Geschäfte liefen gut. „Was soll ihn geritten haben, zu sagen: zünden wir die Bude an?“ fragte Kirkitadse.

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