„Sehr unglücklich“

Durch den Friedhof zur Kita - ist das für Kinder zumutbar? 

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Hereinspaziert: Mitten durch den Friedhof soll ein Fußweg zur neuen Dorfener Kita führen.

Durch den Friedhof zur Kindertagesstätte? Mit dieser Problematik musste sich der Dorfener Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung befassen.

Dorfen Derzeit entsteht in Dorfen die neue Kindertagesstätte (Kita) „Am Marienstift“. Die Stadt baut direkt an der Westseite des städtischen Friedhofs eine viergruppige Kita mit Kinderkrippe und Kindergarten. Der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrats diskutierte dazu über einen fußläufigen Zuweg vom Friedhofsparkplatz aus zur Kita. Er soll ein kurzes Stück durch den städtischen Friedhof führen und geschätzt rund 90.000 Euro kosten.

Es gibt auch einen alternativen Weg

Bauamtsleiter Franz Wandinger stellte allerdings klar, dass Eltern nicht durch den Friedhof gehen müssen, wenn sie ihre Kinder zur Kita bringen oder holen. Der Haupteingang ist über die Anliegerstraße ebenso erreichbar.

Beraten wurde, wo die Parkplätze situiert werden sollen. Dazu standen eine freie städtische Grünfläche an der Südseite des Friedhofs und der große Friedhofsparkplatz an der Nordseite des Gottesackers zur Diskussion. Der südliche Weg von der Parkfläche wäre sehr kurz. Die nördliche Alternative dagegen technisch weitaus aufwändiger herzustellen und rund 120 Meter lang. Der Fußweg müsste dazu etwa 25 Meter durch den Nordteil des Friedhofs führen.

Einig war sich das Gremium, dass die südliche Fläche zu schade sei für Parkplätze. Wandinger beschrieb also die Alternative. Von den geplanten Stellplätzen am Friedhofsparkplatz führt der Weg zunächst 25 Meter durch den Gottesacker vorbei an einigen Grabstätten bis zur Friedhofsgrenze. Dort geht es dann im 90 Grad Winkel entlang des Friedhofs knapp 100 Meter bis zur neuen Kita. Dabei muss eine Betonstützwand bis zu zwei Meter Höhe errichtet werden, weil das Hanggelände dort relativ abfällig ist. Durch Treppen oder Rampen könnte die Stützmauer niedriger werden. Um die nachbarlichen Belange der Anwohner unterhalb des Fußwegs zu berücksichtigen soll als Sichtschutz eine Hecke gepflanzt werden.

Wandinger berichtete weiter, der Weg liege in der Erweiterung des Sanierungsgebiets der Altstadt. Daher würde Stadtplanerin Martina Schneider die Fußverbindung im Sinne der Wegevernetzung begrüßen. Der Weg könnte künftig auch von Bewohnern des Seniorenheims Marienstift als Spazierweg genützt werden.

Bürgermeister: Leben und Tod gehören zusammen

Grundsätzlich werde der neue Weg gebraucht, war die Meinung im Gremium. Bedenken gab es teilweise nur zu dem Stück durch den Friedhof, auch wenn der Weg vor allem für das Personal und Besucher gedacht ist.

Michael Oberhofer (CSU) sah die Situation durch den Gottesacker als „sehr unglücklich“, etwa wenn gerade eine Beerdigung wäre. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) meinte grundsätzlich, Leben und Tod gehöre zusammen. Wenn Kinder diese Situation mit den Eltern erfahren schade das nicht. 

Beschlossen wurde, den nördlichen Weg zu errichten. Dagegen stimmte nur Oberhofer. Statt Treppen soll die Höhendifferenz mit einer Rampe überwunden werden, sonst könnten ihn ältere Leute nicht nützen. Rad fahren soll mit Rücksicht auf den Friedhof nicht erlaubt sein.

Hermann Weingartner

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