Gerüchte stimmen

Weyarner Dorfladen schließt - überraschender Nachmieter schon gefunden

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Deutlich mehr Platz hätte Barbara Stutzmann, die Leiterin der Gemeindebibliothek, für ihre Bücher in den neuen Räumlichkeiten.

Noch ist unklar, wann der Dorfladen in Weyarn endgültig zusperrt. Ein Nachmieter für die Räumlichkeiten an der Ignaz-Günter-Straße steht derweil bereits in den Startlöchern.

Weyarn – Die Gerüchte schwirren schon eine ganze Weile durch den Ort: Fällt im Weyarner Dorfladen die Tür das letzte Mal ins Schloss, soll die Gemeindebücherei schon bald in den Laden an der Ignaz-Günter-Straße einziehen. Auf die Spekulationen folgt nun die Bestätigung aus dem Rathaus.

„Ich kann bestätigen, dass an dem Gerücht etwas dran ist. Die Gemeinde ist bestrebt, dass die Bücherei dort einzieht“, sagt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) auf Nachfrage. Viel mehr kann und will der Rathauschef derzeit nicht sagen: „Wir sind mitten in den Mietverhandlungen.“ Zunächst wolle man den Vertrag dingfest machen, was aktuell nicht der Fall ist. „Noch ist die Unterschrift nicht auf dem Papier.“

Deutlich mehr Platz hätte Barbara Stutzmann, die Leiterin der Gemeindebibliothek, für ihre Bücher in den neuen Räumlichkeiten.

Dass sich die Bücherei vergrößern will, ist gemeinhin bekannt. Die Räumlichkeiten im Gebäude des Deutschen Ordens, in denen die Einrichtung seit 2009 beheimatet ist, sind mittlerweile zu beengt. Knapp 10 000 Medien finden ihren Platz auf insgesamt nur 58 Quadratmetern. Tendenz: stetig steigend. „Wir wollen ja immer aktuell sein“, sagt Bibliotheks-Leiterin Barbara Stutzmann. Wegen des Platzmangels habe sie zuletzt sogar immer wieder einige Werke ausmisten müssen.

„Die Bücherei braucht mehr Platz“, verdeutlicht auch Rathauschef Wöhr nochmals. „Dauerhaft kann sie dort nicht mehr bleiben.“ Allzu weit umziehen müsste die Bücherei indes nicht. Einmal die Straße hinunter müsste das Team um Stutzmann seine Literatur-Sammlung schleppen. Dort, in den Räumen des Dorfladens, stünde, so sagt Wöhr, deutlich mehr Ausstellungsfläche bereit. Zunächst müsste der Laden aber büchereigerecht umgebaut werden. Für wann der Umzug geplant ist? Unklar.

Edeka verdrängt den Dorfladen

Denn erst einmal muss der Dorfladen ausziehen. Wie berichtet steht bislang nicht fest, wann das exakt passiert. Dass der Laden nach 13 Jahren allerdings zusperrt, sobald der Edeka am Kreisverkehr den Betrieb aufnimmt, gilt als unausweichlich. Das bestätigte Weyarns Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier (SPD) unlängst im Gespräch mit unserer Zeitung. Von der Nachfolgeregelung war damals allerdings keine Rede, wobei die Verhandlungen mit dem Vermieter laut Wöhr schon seit einiger Zeit laufen.

„Wir wollten erst, dass der Vertrag unter Dach und Fach ist“, räumt Rathauschef Wöhr ein. Erst dann habe man den Wechsel Bücherei für Dorfladen publik machen wollen. Die Verantwortlichen seien jedoch eingeweiht. „Die Bücherei wäre durchaus einverstanden“, sagt Wöhr und schmunzelt. Ob der unterschriebene Mietvertrag noch unter dem Weihnachtsbaum landet, kann Wöhr nicht versprechen. Eine frohe Botschaft für das Bücherei-Team hat er allerdings: „Dass die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss kommen“, sagt Bürgermeister Wöhr, „ist sehr wahrscheinlich.“

Im Dorfladen wollte man sich auf Anfrage zur anstehenden Ablösung nicht äußern. Die designierten Nachfolger zeigen sich hingegen schon euphorisch. „Der Standort wäre ideal, mit der Rampe am Eingang ist er außerdem behindertengerecht“, sagt Bücherei-Chefin Stutzmann. Alles in allem, findet sie, „würde uns der Umzug guttun“.

fp

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