Familiendrama in Oberschleißheim

Tochter fand Eltern blutüberströmt

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Im Wohnblock „Am Stutenanger“ 6 in Oberschleißheim hat sich das Familiendrama ereignet. 

Oberschleißheim - Tödliches Drama in einer Wohnung in Oberschleißheim: Nach bisherigen Erkenntnissen hat ein 48-Jähriger eine  45-Jährige getötet und sich dann selbst das Leben genommen.

Als sie von gegenüber lautes Geschrei hört, denkt die Frau aus Hausnummer acht an pöbelnde Jugendliche. Doch die Wahrheit ist unendlich viel grausamer: Ein 48-Jähriger hat am Freitag im Wohnblock „Am Stutenanger“ 6 in Oberschleißheim seine Ehefrau (45) erstochen. Dann richtete sich der Mann selbst, so der Ermittlungsstand. Anwohner erzählen dem "Münchner Merkur" später, es sei eine der beiden Töchter des Paares gewesen, die ihre Eltern gegen 17.20 Uhr blutüberströmt in der Wohnung fand.

Von Außen erinnert am Samstag nur das Verschlusssiegel der Polizei an der Wohnungstür an die Bluttat im zweiten Stock. Die Nachbarin auf der anderen Seite des Flurs aber hat die Bilder vom Vorabend noch genau vor Augen. Der Schreck sitzt ihr noch in den Gliedern. „Ich bin fix und foxi“, sagt sie. Während der Morde ist sie gerade beim Einkaufen. Als sie zurückkommt tummeln sich im Gang vor ihrem Zuhause Polizisten und Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Über ihre Nachbarin, das Opfer, erzählt sie: „Das war eine ganz liebe Frau.“ Ihn, den mutmaßlichen Täter, habe sie kaum gekannt. Er soll psychisch krank und deshalb auch in Behandlung gewesen sein. „Die haben sehr viel gestritten, in letzter Zeit war es besonders schlimm. Ich konnte oft nicht schlafen, so ein Krach war da“, berichtet sie.

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Die Sorge der Nachbarin gilt jetzt vor allem den Kindern, die fortan ohne Eltern und mit dem schrecklichen Wissen leben müssen, dass ihr eigener Vater ihrer Mutter getötet hat. Nach Auskunft von Anwohnern hatte das Paar drei erwachsene Kinder, zwei Töchter und einen Sohn. Sie sollen noch zu Hause wohnen.

Rund um den Tatort geht in der Hochhaussiedlung „Am Stutenanger“ am Samstag zumindest auf den ersten Blick alles seinen gewohnten Gang. Auf der Wiese vor Haus Nummer sechs kicken zwei Buben mit dem Fußball hin und her. Kunden bringen ihre Wäsche in die Reinigung im Erdgeschoss des Hauses. Eines jedoch ist anders: Wildfremde Menschen sprechen sich an, tauschen sich aus über blutige Drama vom Vortag.

Marie-Christine Fischer

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