Maisachs neue Mitte

Drei Tage Party! Große Pläne dürften auch Münchner locken

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Das neue Gemeindezentrum ist fast fertig. Das Erdgeschoss gehört der Kommune, darüber entstehen Wohnungen.

Mit einem dreitägigen Fest im Juni feiert die Gemeinde Maisach ihr neues Ortszentrum. Mit Foodtrucks, Konzerten, einem DJ und Fußball-WM-Public-Viewing, Führungen durch die neuen Räume und einer Rundfahrt über den alten Flugplatz ist volles Programm geboten.

Maisach – Auf dem Rathausplatz sowie Teilen der Riedl- und der Josef-Sedlmayr-Straße wird von 22. bis 24. Juni gefeiert. Am Freitag und Samstag soll die Essenversorgung über sechs Foodtrucks gesichert sein. Dazu möchte die Gemeinde mit einer Gernlindner Event-Firma zusammenarbeiten. Getränke kommen von der örtlichen Brauerei. Die Gemeinde rechnet mit großem Andrang, weshalb ein Ausschank auf dem Rathausplatz, ein zweiter an der Grundschule Maisach geplant ist. Auch ein Barbetrieb ist angedacht, entweder durch die Brauerei oder den Gernlindener Burschenverein. Am Sonntag sorgen dann Ortsvereine fürs Essen.

Das Angebot am Freitag von 16 Uhr bis Mitternacht soll alle Altersklassen ansprechen. Höhepunkt ist ab 19.30 Uhr ein Konzert vom Musiknetzwerk. Am Samstag läuft das Programm von 11 bis 1 Uhr. Dieser Tag ist in den Augen des Veranstalters eher für die Jugend konzipiert: Ab 20 Uhr legt ein DJ auf der Hauptbühne auf. Im Außenbereich der Grundschule wird ein Public-Viewing organisiert: An diesem Abend läuft das WM-Spiel Deutschland – Schweden.

Der Sonntag (10 bis 17 Uhr) ist für Familien gedacht. Auf einen Gottesdienst folgt ein Frühschoppen. Musikalisch gestalten den Tag Ortsvereine. Angeboten werden Führungen durch die neuen Gebäude der Ortsmitte. Zudem können Interessierte den geplanten Verlauf der Südumfahrung begutachten. Es soll ein Shuttlebus zum alten Flugplatz organisiert werden.

Der Gemeinderat segnete das Konzept einstimmig ab. Nun holt die Verwaltung Angebote ein: für Technik, Toilettenwagen und Werbung. Zudem wird geschätzt, was an Standgebühren eingeht.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) sagte, dass man sich dieses Fest leisten wolle. Nämlich weil nahe des Rathauses, an der Riedlstraße 3/5, mit der neuen Bücherei, einem Sitzungssaal für den Gemeinderat, einem Trauzimmer und Veranstaltungsräumen eine Zweigstelle geschaffen sei. Zu feiern sei aber nicht nur dieses sogenannte Gemeindezentrum, sondern auch das neue Ortszentrum, also die Ansiedelung von Edeka und Rossmann, mit den Wohnungen darüber und dem Ärztehaus daneben. Dritter Party-Anlass sei der Baubeginn der Südumfahrung.

Regeln in der Rathaus-Zweigstelle: Für Vereine ist der Sitzungssaal tabu

An der Riedlstraße 3/5 entsteht eine Rathaus-Zweigstelle. Die Kommune hat das Erdgeschoss des Neubaus gekauft. Im April zieht die Bücherei ein. Zudem gibt es ein Trauzimmer, einen Sitzungssaal für den Gemeinderat, der noch nie ein festes Domizil hatte, einen Besprechungsraum (56 Quadratmeter, mit flexibler Wand) und ein Foyer (61 Quadratmeter).

Ursprünglich war angedacht, alle Räume möglichst vielen Nutzern zugänglich zu machen. Das sei – nach nochmaligem Nachdenken – so nicht möglich, gestand Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Gemeinderat ein. Technik und Möblierung im Sitzungssaal seien dafür zu teuer, so Amtsleiter Peter Eberlein, ein ständiger Auf- und Abbau sei zu aufwendig. Auch das Trauzimmer ist für Veranstaltungen tabu. Ortsvereine können aber das Besprechungszimmer und das Foyer mieten. Beides könnte bei schlechtem Wetter auch als Ausweichquartier dienen – für ursprünglich auf dem Vorplatz oder im Garten des Rathauses situierte kleinere Veranstaltungen.

Keinen Einlass erhalten laut Seidl politische Parteien für öffentliche (Wahl-)Veranstaltungen: „Die gehören unserer Ansicht nach ins Wirtshaus. Wir wollen das Gemeindezentrum genauso neutral halten wie das Rathaus.“ Nur interne Sitzungen können die örtlichen Parteien dort abhalten.

Auf gar keinen Fall will die Gemeinde mit den beiden Räumen in Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie treten. Und auch nicht zur Kirche, die Räume im Pfarrheim an der Schmidhammerstraße vermietet.

Bei den Preisen möchte sich die Gemeinde am Pfarrheim und an den Konditionen orientieren, die für das Nebenzimmer im Bürgerzentrum Gernlinden gelten. Genaue Gebühren stehen noch nicht fest. Die Toiletten, darunter eine barrierefreie Behindertentoilette, werden nur während des Wochenmarktes und bei Veranstaltungen im Rathausgarten bis 100 Personen geöffnet. Für größere Anlässe muss ein Toilettenwagen angemietet werden. Gewähre die Gemeinde rund um die Uhr Zugang zu den WCs, sei sie nicht vor Vandalismus und Verschmutzung sicher, sagte Seidl. Gegen die Stimme von Ursula Gessner (Grüne) stimmte der Gemeinderat den Regeln zu. Die Büchereireferentin ist wie berichtet gegen das gesamte Bauprojekt.

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