Prozess in Landshut

Mutter tötet drei Kinder: Lange Haft gefordert

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Bianca T. soll viele Jahre in Haft für die Tötung ihrer drei Kinder.

Landshut/Freising - Eine Mutter erstickt ihre neugeborenen Zwillinge und die Tochter (6), legt die leblosen Körper ins Auto und rast auf der Autobahn in eine Leitplanke. Im Prozess räumt sie die unfassbare Tat ein. Die Frau soll lange ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft hat eine lange Haftstrafe für Bianca T. gefordert, die ihre drei Kinder getötet hat. Wegen Mordes und zweifachen Totschlags soll die Frau für 14 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft forderte am Dienstag vor dem Landgericht Landshut eine Verurteilung wegen Mordes und zweifachen Totschlags. Die Angeklagte sei mit außergewöhnlicher Wut vorgegangen, sagte Staatsanwalt Oliver Dopheide in seinem Plädoyer. Die Verteidigung forderte 13 Jahre Haft. Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.

Sie hatte die Kinder aus Verzweiflung getötet

Die 39-Jährige aus Freising hatte gestanden, ihre drei Kinder im vergangenen November aus Verzweiflung erstickt zu haben. Anschließend hatte sie die leblosen Körper in den Kofferraum ihres Wagens gelegt, war auf die Autobahn 92 gerast und hatte bei Unterschleißheim nördlich von München absichtlich einen Unfall verursacht. Die Frau überlebte schwer verletzt.

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass die 39-Jährige zur Tatzeit vermindert schulfähig war. Laut Gutachten war die Frau in ihrer Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Für sie war eine Welt zusammengebrochen, als ihr Lebensgefährte, der sich selbst in die Psychiatrie eingewiesen hatte, nicht mehr zu ihr zurückkehren wollte.

Die Angeklagte hatte geschildert, dass sie sich nach dem Besuch bei ihrem Lebenspartner entschlossen hatte, die Kinder und sich selbst zu töten. Dafür sei sie in einen Wald gefahren. Zuerst habe sie die Sechsjährige mit einer Windel erdrosselt und dann die beiden Neugeborenen erstickt.

Wie die Zwillinge starben, konnte nicht geklärt werden

In dem Verfahren konnten die genauen Todesumstände der Zwillinge nicht geklärt werden. Laut Rechtsmedizin stammen die schweren Kopfverletzungen nicht von dem Unfall. Zudem waren beide Arme des Jungen gebrochen. Staatsanwaltschaft und Nebenklage sind überzeugt, dass die Angeklagte den Säuglingen die Verletzungen im Wald zugefügt hatte. „Es muss in dem Wald wesentlich grauenhafter abgelaufen sein, als ursprünglich angenommen“, sagte Rechtsanwalt Robert Egle, der den Vater der Sechsjährigen vertritt.

Die Angeklagte bestreitet jedoch, für die Kopfverletzungen der Kinder verantwortlich zu sein. In ihren letzten Worten bedauerte die 39-Jährige die Tat. Ihr sei nicht bewusst gewesen, wie viele Menschen sie mit der Tat verletzt und getroffen habe. „Ich habe meine Kinder geliebt und wollte sie einfach nur beschützen.“

Mutter soll in keine psychiatrische Anstalt

Eine Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt fordert die Staatsanwaltschaft indes nicht. „Es klingt makaber, aber die Personen, die durch die Angeklagte gefährdet sind, sind bereits tot“, sagte Staatsanwalt Dopheide.

dpa

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