Dritte Startbahn: Grüne starten Bürgerbegehren

Es gab zwar noch ein wenig Diskussionsbedarf – doch am Ende waren sich alle einig: Ohne Gegenstimme haben die Grünen am Donnerstagabend ihr Bürgerbegehren gegen den Ausbau des Münchner Flughafens gestartet.

Damit will die Partei die Stadt und OB Christian Ude (SPD) zwingen, in der Versammlung der Gesellschafter gegen die dritte Startbahn zu stimmen. „Ich möchte, dass wir diesen Hebel anpacken“, sagte die Münchner Partei-Chefin Katharina Schulze. Start frei für die Entscheidung!

Der Freisinger Landtagsabgeordnete Christian Magerl gab seinen Parteifreunden Argumente mit auf den Weg. Die Zahl der Starts und Landungen sei von 432 000 im Jahr 2008 auf 389 000 zurückgegangen. Der steigende Ölpreis werde den Flugverkehr weiter bremsen. Darum brauche man die Startbahn nicht. „Das ist Größenwahnsinn“, sagte Magerl. „Die Startbahn wäre für unsere Region der Todesstoß.“ Ein Mitglied fragte nach: Wenn doch der Flugverkehr insgesamt zurückgehe, gelte das nicht auch beim Bau der neuen Startbahn? Die müsste man dann nicht fürchten. Doch, sagte Magerl, Subventionen könnten neue Flieger anlocken.

Aufgemuckt-Sprecherin Helga Stieglmeier forderte, nicht mit der SPD in eine Koalition pro Startbahn zu gehen. „Ein Ude braucht uns Grüne.“ Das Begehren sei keine Taktik, um die Streitfrage vor der Landtagswahl zu lösen.

Landeschefin Theresa Schopper und Fraktionschefin Margarete Bause warnten vor Übermut. „Wir spielen hohes Risiko“, sagte Schopper. „Das ist keine gmahde Wiesn“, ergänzte Bause. Mit dem Bürgerbegehren genehmigten die Mitglieder eine Finanzierung von 10 000 Euro, die laut Vorstand nur ein Bruchteil der Rücklagen ausmacht. Zunächst müssen die Grünen 27 000 Unterschriften sammeln, um im Frühjahr den Bürger­entscheid herbeizuführen.

DAC

Rubriklistenbild: © dpa

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