"Dampfentwicklung vermeiden"

Duschen für 500 Euro? Hotel warnt mit diesem Zettel

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Sorgten für Aufregung, diese Zettel sind aber jetzt aus den Zimmern im Hotel Residence verschwunden.

Feldafing - Hier kann Körperpflege teuer werden: Das Hotel Residence Starnberger See in Feldafing informiert seine Gäste, dass Duschen im teuersten Fall 500 Euro kosten kann. Ein Malheur, das der Hotelchef aus der Welt geschafft hat.

Es waren nur ein paar Tage, die Hannelore Peter (Name geändert) im Hotel Residence Starnberger See in Feldafing verbringen wollte. Einfach nur ausspannen und die Seele baumeln lassen. Doch als die Frührentnerin den Zettel des Hotels auf dem Zimmer vorfand, dachte sie zuerst an einen Aprilscherz. „Bitte vermeiden Sie zu hohe Dampfentwicklung beim Duschen, da durch plötzliches Öffnen der Badezimmertüre ein Feueralarm ausgelöst werden könnte. Hierbei entstehen für Sie Kosten zwischen 300 und 500 Euro für einen Einsatz der Feuerwehr“, steht da - und zwar Schwarz auf Weiß.

„Das geht ja gar nicht“, sagt Bürgermeister Bernhard Sontheim, der mit seinen Gemeinderäten schon mehrmals über die hohe Zahl an Fehlalarmierungen im Tagungshotel am Ortseingang debattiert hatte. „Wir sind da mindestens einmal pro Monat wegen eines Fehlalarms hingefahren“, erinnert sich Ex-Kommandant Otto Gerber. „Sogar schon zweimal in einer Nacht.“

Dabei ist so etwas einfach zu vermeiden. „Wir hatten auch viel zu viele Fehlalarmierungen, teils wegen zu heißen Gulaschs in der Küche“, sagt Nils Friedrich. Der Direktor des Hotels Vier Jahreszeiten in Starnberg erklärt, dass sein Haus daher die Brandmeldeanlage umgerüstet hat. „Seitdem hatten wir keine Probleme mehr.“ Statt der auf Rauch und Dampf reagierenden Melder habe man so genannte Wärmemelder installieren lassen. „Diese haben sich ganz klar bewährt“, sagt Markus Reichart. Der Kreisbrandrat erläutert, dass sich zudem durch die so genannte Zwei-Melder-Abhängigkeit die Zahl der Fehlalarme deutlich reduzieren lässt.

Von einem Fall wie in Feldafing hat Dr. Gerhard Engelmann noch nicht gehört. „Wenn jemand im Nichtraucherbereich raucht und damit einen Alarm auslöst, schon, denn dann ist ein Fehlverhalten nachweisbar“, sagt der Jurist des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Der Zettel ist inzwischen aus den Zimmern verschwunden. Geschäftsführer Andreas Bisson erklärte gestern, dass er über den genauen Wortlaut nicht informiert war. Dennoch sieht er Aufklärungsbedarf. „Eine Dame hat bei uns mal sehr heiß baden wollen und um die Wanne mehrere Kerzen aufgestellt, bis die Anlage anging und die Feuerwehr in der Tür stand“, so Bisson. Andere hätten bewusst unter einem Melder geraucht, um zu testen, wann die Anlage anspringt. Man wolle die Gäste sensibilisieren, „aber natürlich nicht zur Kasse bitten. Das geht gar nicht“, gibt Bisson zu.

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