Bundestagswahl

260.000 Stimmzettel müssen wegen seines Namens neu gedruckt werden - dabei will er das gar nicht

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Henrik Lange von der V-Partei3.

Die Stimmzettel für die Bundestagswahl im Wahlkreis Starnberg werden neu gedruckt - der Betroffene, der Kandidat Henrik Lange, ist dagegen.

Landkreis – Henrik Lange sieht keinen Sinn darin, 260.000 Stimmzettel für die Bundestagswahl im Wahlkreis Starnberg neu drucken zu lassen. Er hat ein Recht, sich zu äußern – der 38-jährige Münchner ist Bundesvize der V-Partei3 und jener Kandidat, dem beim Druck der Stimmzettel ein „e“ genommen wurde. Er sagt: „Der Steuerzahler muss für diesen Fehler aufkommen und wenige Tausend Euro sind in meinen Augen kein zu geringschätzender Betrag.“

Lange schrieb am Freitag an Kreiswahlleiter Holger Albertzarth, die Bürger hätten ein Recht, „dass mit Steuergeldern sorgsam umgegangen wird“. Das Herunterspielen als geringer Kostenfaktor „stärkt nach meiner Auffassung nicht das Vertrauen in die behördliche Arbeit und die Politik“. Auch die Ökonomie spielt für den Kandidaten eine Rolle: „Ich setze mich mit der V-Partei³ für eine umwelt- und klimaschonende Politik ein und selbstverständlich kann ich die Vernichtung der Stimmzettel und deren Neudruck vor diesem Hintergrund nicht gutheißen.“ Dass das Landratsamt eine Anfechtung der Wahl wegen des Fehlers fürchtet, könne er nachvollziehen. Jedoch: „Schade, dass Sie uns nicht gefragt haben, wie wir als unmittelbar Betroffene den Fehler beurteilen.“

Henrik Lange von der V-Partei3.

Lange hat nämlich einen Vorschlag: „Ich erkläre schriftlich, dass die V-Partei³ das Ergebnis der Bundestagswahl im Wahlkreis 224 aufgrund meines fehlerhaft geschriebenen Nachnamens nicht anfechten wird und damit der bereits gedruckte Stimmzettel verwendet werden kann – im Sinne unserer Umwelt, der Schonung der Ressourcen und der Einsparung von Steuergeldern. Mit einem Vermerk auf der Wahlbenachrichtigungskarte könnte auf den Fehler hingewiesen werden.“ Eine Antwort hatte er bis zum Wochenende noch nicht.

Das fehlende „e“ war der letzte Buchstabe auf dem Zettel. Fürchtet Lange wieder Wiederholung? „Wenn so ein Flüchtigkeitsfehler auftritt, muss ich natürlich befürchten, dass auch an anderen Stellen nicht genau genug geprüft wurde und wiederholt hohe Kosten entstehen, um den Fehler zu korrigieren. Flüchtigkeitsfehler, weil mein Nachname nun nicht sonderlich schwer ist.“ 

Landratsamt winkt ab

Beim Landratsamt in Starnberg findet Langes Angebot kein Gehör. Es reiche nicht, wenn die V-Partei3 erkläre, keine Anfechtung anzustreben - wegen des Fehlers könnten andere Parteien oder auch jeder Wähler die Wahl anfechten.

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