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Mysteriöses Loch im Ebersberger Forst: Erste Erkenntnisse - Holzbalken sollen Geheimnis preisgeben

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Von: Robert Langer

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Freiwillige Helfer: Sarah Arnold vom Kreisbildungswerk, die gelernte Archäologin ist, und Helmut Stalla vom Förderwerk des Waldmuseums untersuchen am Mittwoch aus dem Brunnen gefördertes Material.
Freiwillige Helfer: Sarah Arnold vom Kreisbildungswerk, die gelernte Archäologin ist, und Helmut Stalla vom Förderwerk des Waldmuseums untersuchen am Mittwoch aus dem Brunnen gefördertes Material. © Langer

Experten erhoffen sich durch neue Analyse weitere Erkenntnisse über das Alter des geheimnisvollen Brunnens im Ebersberger Forst.

Ebersberg – Klar ist inzwischen: Der geheimnisvolle Brunnen im Ebersberger Forst geht rund zwölf Meter in die Tiefe. Bisher wurden weder versteckte Schmuckstücke gefunden, noch irgendwelche versenkten Waffen aus den beiden Weltkriegen.

Höhlenarchäologe und Grabungsleiter Bernhard Häck (Landesamt für Denkmalpflege) geht davon aus, dass der Brunnen, um den sich inzwischen viele Mythen ranken (wir berichteten), etwa aus dem ausgehenden Mittelalter oder der frühen Neuzeit stammen könnte, also möglicherweise um das Jahr 1500. Darauf weist laut Häck die Bauweise hin. Mehrmals ließ sich der Archäologe in den Schacht abseilen, immer umfangreich gesichert.

Geheimnisvoller Brunnen im Ebersberger Forst: Noch vorhandenes Wasser soll abgepumpt werden

Nähere Aufschlüsse könnte ein Fund am Boden des Brunnens bringen. Dort wurden nämlich Steine und vor allem sehr gut erhaltene schwere Balken aus Eichenholz als unterste Ebene verwendet. Eine Probe des Holzes könnte eine Datierung möglich machen. Doch ein Stück eines Balkens quasi als Bohrkern zu bekommen, das erwies sich am Mittwoch als schwierig.

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Technisch anspruchsvoll war auch eine weitere Aufgabe für die Freiwillige Feuerwehr Ebersberg. Die Helfer sollten nämlich das noch vorhandene Wasser im Brunnen abpumpen. Es ging um eine Schicht von etwa 80 Zentimetern Höhe, also rund ein Kubikmeter. Die Feuerwehr ist mit Gerät ausgestattet, das unter anderem zum Auspumpen von Kellern bei einer Überschwemmung eingesetzt wird. Doch da geht es meist um eine Förderhöhe von möglicherweise fünf Metern. Im Fall des Brunnens im Forst war es doppelt so hoch. Die Lösung war schließlich der Einsatz einer Pumpe des Wasserwirtschaftsamtes.

Loch im Ebersberger Forst: Scherben und Knochen gefunden

Am Mittwoch, 6. Juni, wurde dann eine etwa einen halben Meter dicke Schlammschicht mit Eimern aus der Tiefe des Brunnens geholt. Das Material wurde mit Wasser gespült, mit Sieben getrennt und genau untersucht. Gefunden wurden unter anderem kleinere Knochen und Scherben. Die Untersuchungen dauern noch an. Das gleiche gilt auch für Wasserproben, die aus dem Brunnen genommen wurden. Und klar ist auch, dass nach dem Abpumpen eigentlich kein Wasser mehr nachdrückte.

Nun werden das gefundene Material und die erhaltenen Erkenntnisse weiter ausgewertet. Offen bleibt, ob die viele Fragen um den Brunnen mit den Ergebnissen dann geklärt werden können; unter anderem zu Überlegungen, welchem Zweck die Anlage mitten im Forst, weit entfernt von allen Siedlungen, überhaupt diente.

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