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Tempo 80 auf der Landstraße: Ist zu langsam fahren rechtswidrig? Polizeichef klärt auf

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Von: Josef Ametsbichler

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Polizeichef in Ebersberg: Erster Hauptkommissar Ulrich Milius über das langsame Fahren auf der Landstraße.
Polizeichef in Ebersberg: Erster Hauptkommissar Ulrich Milius über das langsame Fahren auf der Landstraße. © Bodo Schackow/dpa/Stefan Roßmann

Ein Spritspar-Versuch wirft die Frage auf: Wann ist langsames Fahren vorschriftswidrig? Wir haben nachgefragt.

Ebersberg Ein Spritspar-Selbstversuch der Ebersberger Zeitung hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Die häufigste Nachfrage bezog sich auf die selbst verordnete Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und lautete: Darf man das überhaupt? Wir haben bei Ebersbergs Polizeichef Ulrich Milius nachgefragt.

Höchstgeschwindigkeit „heißt nicht, dass man nicht langsamer fahren darf“

Herr Milius, muss unser Reporter jetzt Angst vor Ihnen haben?

Milius: Warum? Ich verstehe die Frage nicht.

Er ist ja mit 20 km/h unter der erlaubten Geschwindigkeit durch die Gegend gefahren.

Milius: Na und? Dabei handelt es sich um eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Das heißt nicht, dass man nicht langsamer fahren darf. Es gibt ja zahlreiche Fahrzeuge wie etwa Lkw, die je nach Gewicht sogar nur 60 km/h fahren dürfen. Sich in einem Bereich wie solche Verkehrsteilnehmer zu bewegen: Das kann nicht rechtswidrig sein!

Wann ist langsam zu langsam?

Milius: Das Gesetz sagt sinngemäß, dass man nicht unnötig langsam fahren darf. Wer auf einer 100er-Strecke dauerhaft mit 40 km/h fährt, könnte ein Problem bekommen. Mir sind in unserem Dienstbereich keine solchen Fälle bekannt.

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Polizeichef aus Ebersberg: „Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich“

Unser Autor schildert Drängeleien, sogar das Überholen bei durchgezogener Linie. Wer ist Schuld, wenn etwas passiert, weil sich ein schnellerer Fahrer zu solchen riskanten Manövern genötigt sieht?

Milius: Über Schuldfragen entscheiden die Gerichte. Wir können nur den Vorwurf von Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten erheben. Fakt ist, dass sich in dem geschilderten Fall der Überholer rechtswidrig verhält. Schließlich hat er sich aus eigenem Antrieb zu der Aktion entschieden. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

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