Ebersbergerin nimmt Geheimnis mit ins Grab

Lydia A.: Vermisstenfall nach fast acht Jahren geklärt

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Lange Zeit hofften Katharina A. und Anton A., Mutter und Bruder der Vermissten, dass Lydia wieder nach Hause kommen würde. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Die Frau ist tot.

Das Schicksal der Ebersbergerin beschäftigte die Öffentlichkeit über sieben Jahre lang. Zu mysteriös waren die Umstände ihres Verschwindens im Forst am 20. August 2009 gewesen. Jetzt herrscht traurige Gewissheit: Die vermisste Lydia A. ist tot.

Ebersberg - Ihr Verbleib hatte der Polizei und den Rettungskräften große Rätsel aufgegeben. Tagelang wurde intensiv nach der damals 37-Jährigen gesucht. Rettungshubschrauber und Hundestaffeln kamen zum Einsatz. Ein Hund war es auch, der den skelettierten Kopf der Frau jetzt im Ebersberger Forst fand. Bei einer Drückjagd, an der 140 Jäger teilgenommen hatten, schlug das Tier plötzlich an. Als der Besitzer nach dem Grund für das Verhalten des Hundes sah, erblickte er einen Totenschädel, der aufrecht am Boden stand. Ein Berufsjäger verständigte sofort die Polizei, die wiederum die Kripo alarmierte. Der Schädel wurde sichergestellt. Es folgte eine rechtsmedizinische Untersuchung, deren Ergebnis das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Freitag auf Anfrage der Ebersberger Zeitung so formulierte. „Es hat eine Identitätsprüfung stattgefunden. Die Tote ist eindeutig identifiziert.“

Barfuß aus dem Haus

Lydia A. hatte an diesem Donnerstagabend im August ihr Elternhaus in Haselbach, einem Ortsteil von Ebersberg,  verlassen, als wolle sie nur eine Runde spazierengehen. Sie war barfuß unterwegs, nur mit einem schwarzen T-Shirt und einer braunen Jeans bekleidet. Nicht einmal einen Schlüssel hatte die Ebersbergerin mitgenommen. „So geht niemand aus dem Haus, der vor hat, länger wegzubleiben“, hieß es damals.

Zu den genauen Todesumständen machte das Polizeipräsidium am Freitag keine Angaben. Für weitere Untersuchungen gibt es nach so langer Zeit offensichtlich keine Veranlassung und keinen Ansatzpunkt mehr. Für die Kripo scheint der Fall abgeschlossen.

Mutter kann jetzt abschließen

Abschließen mit dem Schicksal ihrer Tochter kann jetzt auch die Mutter der Vermissten, Katharina A. „Das war eine Gebetserhörung“, meinte sie im Gespräch mit der EZ. Sie bittet die Bevölkerung, die damals großen Anteil genommen hatte am Verschwinden der Frau, um Verständnis dafür, dass die Beerdigung ihrer geliebten Tochter unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nur im kleinsten Rahmen der nahen Verwandten stattfinden werde.

Das Geheimnis ihres frühen Todes wird Lydia A. wohl mit ins Grab nehmen. Sie hatte als Kindergärtnerin in einer Münchner Einrichtung gearbeitet und führte ein ganz normales Leben, in dem nichts auf ihr schreckliches Ende hindeutete. Bis zum Schluss gab die Familie die Hoffnung nicht auf, dass Lydia A. doch plötzlich wieder vor der Haustüre des Anwesens in Haselbach stehen könnte. Die Mutter und die Brüder der Verschwundenen setzten eine Belohnung von 1000 Euro aus für den Fall, dass irgendjemand ihre Verwandte noch einmal lebend zu Gesicht bekommen hatte. Und das scheint tatsächlich der Fall gewesen zu sein.

Letzte Augenzeugen

Alois und seine Schwester Veronika K. aus Schalldorf gehörten im August 2009 zu einem Trupp von Ferienjobbern, die für die Firma Agrokomm im Ebersberger Forst junge Bäume von den sie überwachsenden Pflanzen befreien sollten. Auf Höhe des Forsthauses Hubertus wartete an diesem Tag im August ein Kollege im Auto auf sie. Dann sahen die Schalldorfer Lydia A. vorbeigehen und meldeten das der Polizei. Die Spur verlor sich. Franz Tischler, damals Vizechef der Ebersberger Dienststelle, hielt es aber für sehr wahrscheinlich, dass die beiden tatsächlich die Letzten waren, die Lydia A. lebend gesehen haben.

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