Betreiber erklärt die Gründe

„Echt sehr traurig“: Traditionsreiche Disco schließt für immer

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Abgetanzt: Die letzte Party im Penthaus steigt am 16. Juni. Danach schließt die Disco. Eine neue ist dort nicht geplant. Die Betreiber Tom Sitter und David Ritter konzentrieren sich auf ihren Sommergarten und den Weekend Club. 

Exakt zehn Jahre nach der Eröffnung schließt die Diskothek Penthaus an der Franz-Brombach-Straße. Die Betreiber David Ritter und Tom Sitter wollen sich neben der Gastronomie auf ihren Weekend Club an der Schiaßn konzentrieren.

Erding – Mit House- und Techno-Partys ging’s los. Es folgten Hip Hop, die Eventreihe „Wild für the Night“ und der Partykracher „We love 90s“. Am Samstag, 16. Juni, werden die Regler noch mal hochgefahren. Danach ist Schluss: Die legendäre Erdinger Disco Penthaus schließt. Für immer. Das kündigen die Geschäftsführer David Ritter und Tom Sitter auf Facebook an. Davor besteht an den Samstagen, 2. und 9. Juni, noch einmal die Gelegenheit, abzutanzen.

Bei Facebook setzte es prompt Reaktionen des Bedauerns: „Echt sehr traurig“, meint einer. Ein anderer schreibt: „Was hab ich in meinem leben über das Penthaus geschimpft. Um dann doch immer wieder mal Spaß bei euch zu haben. Wer sich 10 Jahre hält, dem braucht man nicht sagen, dass er es gut gemacht hat. Da wird Erding schon was abgehen ...“

Im Gespräch mit dem Erdinger Anzeiger erklärt Ritter, dass die Entscheidung nichts mit dem Brandschutz zu tun habe. „Da gab es zwar Probleme, aber die sind mittlerweile beseitigt.“ Vielmehr hätten er und Sitter festgestellt: „Erding ist zu klein für zwei Discos beziehungsweise Clubs.“ Sie haben sich selbst Konkurrenz gemacht – mit dem Weekend Club in der Schiaßn. Der Biergarten dort und der Tanzschuppen sind bei den Erdingern eingeschlagen. „Wir sind mit der Entwicklung total zufrieden, es läuft super“, versichert Ritter. Der Weekend Club sei viel attraktiver, meint der Gastronom, der unter anderem auch das Kennedy’s an der Landshuter Straße betreibt. „Es ist nicht nur die schönere Location. Hier stimmt auch das Umfeld. Und in die Innenstadt sind es nur ein paar Meter“, so Ritter.

„Ein bisschen hat sich das überlebt“

Das Penthaus befindet sich hingegen im Industriegebiet, fernab der Altstadt. „Ein bisschen hat sich das überlebt“, meint Ritter. „Die Leute wollen nicht drei Stockwerke hochgehen, wo es nicht einmal einen Aufzug gibt.“ Mit einem Augenzwinkern meint der Gastronom: ,„Der Weekend Club hat das Penthaus zerstört.“

Allerdings scheiden Ritter und Sitter im Guten. „Mit dem Eigentümer des Angermair-Hauses sind wir super zurechtgekommen. Da gab es keine Probleme. Wir waren aber auch immer gute Mieter“, so Ritter. Auch mit der Stadt gebe es keine Schwierigkeiten.

Die Schließung haben sie sozialverträglich gestaltet. Alle 40 Mitarbeiter ziehen mit an den Volksfestplatz um, verspricht Ritter. „Dieser Standort ist einfach toll. Wir haben da noch viel vor.“ Ins Angermair-Haus an der Franz-Brombach-Straße soll dem Vernehmen nach vorerst kein Tanzlokal mehr einziehen. Dort sind unter anderem ein Rehazentrum, ein Spielcasino, ein Asia-Imbiss und ein Trachtengeschäft.

Der Abschied vom Penthaus und seinen Nachtschwärmern ist für die Geschäftsführer ein wehmütiger: „Vielleicht könnten wir ein Buch darüber schreiben, was alles in den vergangenen zehn Jahren passiert ist. Letztendlich teilen wir mit euch jede Menge Nächte, Schnäpse, Räusche und Erinnerungen“, heißt es auf Facebook.

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