Echter Diebstahl in der virtuellen Welt

Erding - Zwei junge Erdinger waren auf virtuellem Beutezug. In einem Online-Spiel klauten sie anderen Mitspielern Rentiergold, Leuchtwürfel und Sumpfnebel. Virtuelle Gegenstände, für die man aber echtes Geld bezahlen muss.

Die Beute der beiden 15-jährigen Erdinger ist ungewöhnlich: Rentier-Gold, Leuchtwürfel und Sumpfnebel. Mit Hilfe eines sogenannten Key-Loggers, einer Schadsoftware, spähten die Jugendlichen Zugriffs-Daten von Teilnehmern des Online-Rollenspiels Habbo Hotel aus. Anschließend verschoben sie mit diesen Daten die virtuellen Gegenstände von den Accounts der Geschädigten auf ihre eigenen. Die beiden wollten damit ihren persönlichen Status im Spiel verbessern. Die gestohlenen Gegenstände existieren zwar nur im Internet - um sie zu kaufen braucht man allerdings echtes Geld. Rund 1000 Euro waren Rentier-Gold und Sumpfnebel wert.

Ein Geschädigter hatte Anzeige erstattet, sowohl die Staatsanwaltschaft Landshut als auch die Kripo Erding nahmen Ermittlungen auf. Weil die beiden Jugendlichen bei ihrem Streifzug eine breite Datenspur hinterließen, konnten sie mit Hilfe des Betreibers des Online-Spiels nun ermittelt werden.

Was sich zunächst skurril anhört, stellt juristisch eine Datenveränderung und ein Ausspähen von Daten dar. Die eingesetzte Schadsoftware würde sich ebenso zur Erlangung von Kreditkartendaten, Zugangsdaten zu sozialen Netzwerken oder E-Mail-Konten eignen.

Aktuelle Online-Spiele können größtenteils umsonst gespielt werden, bieten aber die Möglichkeit, für echtes Geld virtuelle Gegenstände oder Vorteile in den Spielen zu kaufen. Die virtuellen Gegenstände werden im Spiel getauscht oder verkauft. In Online-Auktionsplattformen werden diese Dinge aber auch gegen echtes Geld verkauft, wodurch der virtuelle Wert zu einem reellen Wert wird. Die Schadsoftware, welche die beiden 15-Jährigen verwendeten, kann man auf diversen Seiten im Internet gratis herunterladen.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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