Egmating: Explosion in Bauhof

Egmating - Bei einer Explosion eines Gasgemisches in einem Drucktank ist ein 44-jähriger Bauhofmitarbeiter am Mittwochmorgen in Egmating am Oberkörper, im Gesicht und am Arm schwer verbrannt worden. Er musste mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.

Egmating: Explosion in Bauhof

Der 44-Jährige war gerade dabei, einen Ausgleichsdruckbehälter zu warten. Der etwa einen Kubikmeter große, grüne Tank wurde dazu ausgebaut und im Hof des Bauhofes gegenüber des Feuerwehrhauses auf einem Frontlader auf die Seite gedreht, so dass man an die Öffnung unten herankam. Wie der 49-jährige Kollege des Verunglückten schilderte, passierte dann folgendes: Der Arbeiter sprühte Bremsenreiniger ins Innere des Drucktanks, um dort den Rost abzulösen.

Im Tank bildete sich ein Gas-Luft-Gemisch. Dieses Gemisch hatte sich offensichtlich noch nicht ganz verflüchtigt, als der 44-Jährige eine kleine Flex in den Tank einführte und dort innen einen Schweißgrat abschleifen wollte. Als es zur ersten Funkenbildung kam, entzündete sich das Gemisch mit einem ohrenbetäubenden Knall explosionsartig. Bei der Verpuffung hatte der Mann den Arm mitten im Feuer, das auch den Oberkörper und das Gesicht des Arbeiters erfasste.

Der Druckbehälter gehört zur Wasserversorgung von Egmating und soll verhindern, dass bei Einsetzen und Aussetzen der Pumpe für den Hochbehälter der Druckschlag auf den Leitungen lastet. Im Inneren des Behälters befindet sich eine Gummiblase, die an einem werksseitig vorhandenen Schweißgrat rieb. Die Blase war deswegen undicht undicht geworden. Der TÜV, so schilderte der 49-jährige Kollege des Verunglückten, habe das beanstandet. Deshalb seien die Wartungsarbeiten in Angriff genommen worden, die zum normalen Aufgabenbereich des Bauhofes gehörten.

Unmittelbar nach der Explosion sei der 44-Jährige noch ansprechbar gewesen und habe über starke Schmerzen am Arm und im Brust- und Halsbereich geklagt. Sein Kollege half ihm vorsichtig, die verbrannte Kleidung vom Körper zu bekommen und leistete Erste Hilfe. Dann wurde der Rettungsdienst verständigt und ein Hubschrauber angefordert, der auf der freien Wiese unmittelbar neben dem Feuerwehrhaus landen konnte. Noch im Hubschrauber wurde der verletzte etwa 20 Minuten lang behandelt, bevor der Eurocopter in Richtung München abhob.

Kreisbrandrat Gerhard Bullinger untersuchte am Unglücksort die Flüssigkeit, mit der der Bauhofmitarbeiter dem Rost im Tank entfernen wollte und stellte auf der Produktbeschreibung den Hinweis fest: „Ohne ausreichende Lüftung Bildung von explosionsgefährlicher Gemische möglich.“ Warum der Arbeiter dieses Reinigungsmittel benutzte und kein anderes, wie sein Kollege angenommen hatte, ob es sich um eine Verwechslung handelt und wie sich der Unfall genau abgespielt hat, versuchte die Polizei am Unfallort zu rekonstruieren.

Der verunglückte Mann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bürgermeister Ernst Eberherr war sofort nach Bekanntwerden des Unglücks zum Bauhof gekommen. Er und alle seine Mitarbeiter hoffen, das der 44-Jährige wieder gesund wird.

Michael Seeholzer

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