Eishockey-Kapitän drohte Bein-Amputation

Gert Acker – Herzstück des EHC Klostersee

Grafing - Schock in Grafing: Beim EHC Klostersee gab es nach dem letzten Spiel einen Schwerverletzten: Kapitän Gert Acker musste nach einem regelwidrigen Check notoperiert werden. Eine Bein-Amputation drohte.

War am Sonntagabend im Eisstadion noch die Hoffnung da, Gert Acker könnte es nicht ganz so schlimm erwischt haben, kehrte am Tag darauf Ernüchterung ein.

EHC-Vorsitzemder Alexander Stolberg gab bekannt, dass der Kapitän den Klosterseern in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Hinter der Mitteilung verbarg sich freilich mehr. Der 29-jährige Acker hatte wohl großes Glück, dass nach dem regelwidrigen Kniecheck der behandelnde Arzt in der Kreisklinik Ebersberg den Ernst der Lage erkannte und die richtigen Maßnahmen einleitete. „Es stand nicht gut um Gert, doch die Notoperation ist gut gegangen. Er hätte auch sein Bein verlieren können“, stand Trainer Doug Irwin, der am Montag nach einem zweiten Eingriff bei Acker sofort ans Krankenbett seines Spielführers geeilt war, der Schock noch ins Gesicht geschrieben. Problematisch war offenbar die extreme Einblutung in den gerissenen Muskel vom Knie bis zur Hüfte, weshalb der Oberschenkel komplett aufgeschnitten werden musste.

Dass Ackers Sport-Karriere nicht beendet ist, hat er wohl nur seiner guten körperlichen Verfassung zu verdanken. Trotzdem wird er sechs Monate keine größeren sportlichen Aktivitäten unternehmen können, nach etwa zwölf Monaten starten das Aufbautraining und Reha-Maßnahmen.

„Das ist für uns verdammt hart, weil das Herzstück unseres Teams durch nichts zu ersetzen ist. Aber wichtig ist erst mal, dass Gert wieder absolut gesund wird“, sagt Irwin, der seinen Groll nicht verbergen kann: „Da wird einer durch ein brutales Foul schwer verletzt und muss ein halbes Jahr zuschauen, und der Verursacher, der in der Situation zumindest fahrlässig gehandelt und die Verletzung billigend in Kauf genommen hat, kommt mit einem Spiel Sperre davon.“ Dies stehe in keinem Verhältnis. Bei bewusst hohem Risiko für schwere Verletzungen müsse hart durchgegriffen werden. „Was ist in diesem Land mit den Schiedsrichtern und ausgewogenen Entscheidungen los?“ Im nordamerikanischen Eishockey müsse so jemand mit einer langen Sperre rechnen.

Dass aus dem Klosterseer Coach nicht der akute Frust spricht, beweist ein Ereignis mit deutscher Beteiligung. Der 20-jährige Juniorennationalstürmer Tom Kühnhackl, Sohn der Eishockeylegende Erich Kühnhackl und in der kanadischen Ontario Hockey League für Niagara Ice Dogs aktiv, wurde Mitte November für einen brutalen Check für 20 (!) Spiele gesperrt. (ele)

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