Schmuckstück schmerzlich vermisst

Berthold hat seinen Ring aus dem Ammersee  zurück

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Christine und Berthold Bitterle. Den Ehering hat der Mann im Ammersee verloren und nach 40 Jahren wiedergefunden.

Herrsching - Am Ammersee-Ufer in Herrsching sind mehrere Eheringe gefunden worden. In einem war das Jahr 1961 eingraviert - und die Besitzer sind überglücklich, ihn zurückzubekommen.

Du Mama, an Papa sein Ring is wieder da.“ Christine Bitterle (75) wollte es erst nicht glauben, als ihr Sohn Jürgen am Samstagvormittag anrief. Er hatte in der Zeitung gelesen, dass in der vergangenen Woche am Herrschinger Ammersee-Ufer insgesamt elf Eheringe gefunden wurden. In einem sei das Jahr 1961 eingraviert und der Name Christine, das Hochzeitsjahr seiner Eltern und der Vorname seiner Mutter. Das konnte kein Zufall sein. Das war es auch nicht. Berthold und Christine Bitterle konnten es nicht fassen. Gleich am Montag in der Früh riefen sie beim Fundamt in Herrsching an. Dort, wo ein Greifenberger die Eheringe abgegeben hatte.

Fundamtsleiter Joachim Ulmer wollte es genauso wenig glauben und freute sich riesig. Kurz darauf standen die Eheleute, heute 78 und 75 Jahre alt, vor ihm und nahmen aufgeregt den verloren geglaubten Ehering entgegen. Mehr als 40 Jahre war er verschwunden. Berthold Bitterle kann sich noch genau an den Tag erinnern, als er den Ring verlor. Welches Jahr es war, weiß er zwar nicht mehr genau. „Aber mindestens 40 Jahre ist es her“, sagte er dem Starnberger Merkur. Die Eheleute und ihre Zwillinge Jürgen und Thomas waren damals am Ammersee gewesen und hatten am Ufer Wasserball gespielt.

„Dabei muss mir der Ring abgerutscht sein“, erzählt der 78-Jährige. Gemerkt hatte er es erst. als sie wieder zu Hause in München waren. Gleich am nächsten Tag kauften er und seine Frau eine Luftmatratze, damit sie den Seeboden nicht aufwühlen, außerdem Schnorchel und Taucherbrille. Mit dem Bruder seiner Frau fuhren sie dann wieder raus an den Ammersee.

„Mehr als eine Stunde haben wir gesucht. Nichts.“ Dann hatte Bitterle die Idee, das Pendant seines Ringes – den seiner Frau – in den See fallen zu lassen, „damit ich weiß, wie es aussieht am Grund“. Es kam, wie es kommen musste, kurzfristig war auch dieser Ring weg. „Mei, hat meine Frau gschimpft“, erinnert sich Bitterle. Heute kann er herzlich darüber lachen, damals war das kein Spaß. Glücklicherweise hatten sie den Ring der Frau dann aber bald wieder. Seiner aber blieb verschwunden. Mit Frau und Schwager fuhr er deswegen zum Kloster Andechs, um zwecks Beruhigung ein Bier zu trinken.

„Vor vier Jahren, am 5. August 2011, hatten wir Goldene Hochzeit gefeiert“, sagt Bitterle heute. Sein Ring fehlte dabei schmerzlich. Der seiner Frau wurde damals gesegnet. Bitterle: „Das werden wir jetzt nachholen lassen. Meine Frau will das unbedingt.“

GRÄ

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