Helga Sigel entdeckt 5500 Euro in Müllbeutel

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In diesem Müllbeutel findet Helga Sigel das Geld.

Haar - In einem Müllbeutel voller alter Medikamente hat Helga Sigel einen Briefumschlag mit 5500 Euro Bargeld entdeckt. Die ehrliche Findern übergab das Geldbündel am Montagabend der Polizei.

Am Nachmittag war der Plastiksack mit abgelaufenen Medikamenten in der Ankerapotheke in der Haarer Waldluststraße abgegeben worden. „Es war 16.15 Uhr, als ich den Briefumschlag entdeckte. So ein Ereignis prägt sich ein“, sagt Helga Sigel (69), die im Keller der Apotheke gerade den grünen Müllbeutel untersuchte, um den Medikamentenabfall nach Plastik und Kartonagen zu trennen. Auf dem Briefkuvert stand der Schriftzug einer Bank. „Ich schaute rein und sah viele Scheine. Ein ganzes Bündel mit 200er und 100er Banknoten.“ Automatisch habe sie den Umschlag sofort wieder geschlossen. „Ich wollte gar nicht in Versuchung geraten.“ Die 69-Jährige war fast erschrocken über den Fund: „Da steckt wohl noch unsere gute, alte, christliche Erziehung in mir.“

Mit pochendem Herzen stieg sie die Treppen zur Apotheke hoch und überreichte den Umschlag einer Kollegin, die beim Zählen der Banknoten auf 5500 Euro kam.

Im Abfallsack suchte Helga Sigel dann weiter nach einem Hinweis auf den rechtmäßigen Besitzer. Und tatsächlich fand sie ein altes Rezept, auf dem der Name einer betagten Kundin stand. Deren Familie hat Apotheker Tobias König inzwischen verständigt. Hier sei das Geld bereits vermisst worden.

Die ehrliche Finderin trug das Kuvert mit dem Geld zur Haarer Polizeiinspektion. „Wir haben die 5500 Euro inwischen dem Fundamt der Gemeinde zugeführt. Dort wird der Sachverhalt weiter geprüft“, erklärt der Leiter der Haarer Dienststelle, Josef Trenkler.

„Wie gewonnen so zerronnen“, sagte Helga Sigel lachend. Sie jobbt auf 400-Euro-Basis in der Ankerapotheke. „Meine Tochter war hier vor ihrer Babypause Apothekerin und hat mir den Job vermittelt.“ Natürlich hätte sie das Geld gebrauchen können, meint sie: „Das war eine Riesensumme, die man vor seinem geistigen Auge natürlich ganz schnell ausgibt. Aber ich hätte ja doch kein gutes Gefühl dabei gehabt.“

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